Altes Vortragekreuz restauriert

In Schaafheim und in den umliegenden Gemeinden gibt es eine besondere Tradition zu Beerdigungen
Vortragekreuz Schaafheim Friedhelm Pfuhl webAm Sonntag, 22. Juli, wurde im Gottesdienst in der evangelischen Kirche das restaurierte alte Vortragekreuz der Evangelischen Kirchengemeinde Schaafheim wieder übergeben. Werner und Elsbeth Kreh haben mit ein paar ehrenamtlichen Helfern dieses Kreuz in den letzten zwei Jahren wieder hergestellt. Die anfallenden Kosten übernahm der Heimat- und Geschichtsverein Schaafheim, der es im Gottesdienst übergab.

Mit Einführung der Reformation in der Grafschaft Hanau-Lichtenberg im Jahr 1545 und somit auch im Amt Babenhausen wurde von dem Reformator Pfarrer Erasmus Alberus, der Schüler und Mitstreiter Martin Luthers war, die Tradition aus der vorreformatorischen Zeit übernommen, das Kreuz bei Beerdigungen vor dem Sarg zu tragen. Bis zum heutigen Tag wird es in Schaafheim wie auch in den umliegenden Orten Schlierbach, Kleestadt, Langstadt, Sickenhofen, Hergershausen, Altheim, Harpertshausen, Harreshausen und Dudenhofen vorausgetragen. Immer wird es als sehr tröstlich empfunden, wenn das Kreuz neben dem offenen Grab zu sehen ist. Manche Jahrgänge und Vereine bezeugen ihren verstorbenen Kameraden/Mitgliedern die letzte Ehre, indem sie einen Kreuzträger bereitstellen. Bei den evangelischen Beerdigungen werden auch seit der Reformation tröstliche Kirchenlieder von der Trauergemeinde gesungen.

Das alte Vortragekreuz zählt zum Kunst- und Kulturgut der Kirchengemeinde und ist, wie auch Statuen, Paramente und ähnliches, jederzeit erhaltenswert. Im Gottesdienst wird Elsbeth Kreh eine kurze Beschreibung der Kunstgegenstände der evangelischen Kirchengemeinde geben.

Text und Bild: Elsbeth Kreh
Auf dem Foto ist Friedhelm Pfuhl zu sehen, der die Teile zusammenfügte.