Entdecken, was uns verbindet

Dekanat und Kirchengemeinden beteiligen sich am Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September
Darmstdter Schloss PankninDas Darmstädter Schloss, Sitz des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald, im Herzen Groß-Umstadts beteiligt sich auch in diesem Jahr am bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Dessen Motto lautet am Sonntag, 9. September 2018, „Entdecken, was uns verbindet“. Wie passend, ist doch das Dekanatszentrum quasi verbindendes Element der 40 Kirchengemeinden des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald, das sich zwischen Babenhausen und Reichelsheim erstreckt.

„Entdecken, was uns verbindet“: Diesen Gedanken aufgreifend, können sich Besucherinnen und Besucher des Darmstädter Schlosses über die Geschichte des Gebäudes informieren und das Dekanat und seine Kirchengemeinden als Räume der Begegnung und Verbindung entdecken. Das Darmstädter Schloss ist an diesem Tag, an dem in Groß-Umstadt auch Bauernmarkt ist, von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Es gibt Aktionen für Groß und Klein – zum Beispiel ein Quiz zu Standorten von Kirchen im Dekanat. Allianzwappen Panknin

1376 wurde das Darmstädter Schloss, auch als „Hanauer Schloss“ bezeichnet, erstmals erwähnt. Einst war es eine mächtige Burganlage, mit Torturm und Türmchen auf dem Dach und insgesamt etwa 14 Gebäuden. Bis 1504 wurde sie von den Herren von Hanau genutzt. 1524 kam sie an die Landgrafen von Hessen. Diese bauten die Burganlage von 1727 bis 1747 zu einer barocken Dreiflügelanlage auf S-förmigem Grundriss um. 1952 wurde der Westflügel abgebrochen. Heute besteht das Darmstädter Schloss aus zwei senkrecht aufeinander stoßenden Flügeln, die unter einem Mansarddach vereinigt sind.

Weitere Veranstaltungen am Tag des offenen Denkmals in den Kirchen des Dekanats Vorderer Odenwald:

Die evangelische Kirche Altheim kann am Tag des offenen Denkmals ab 10.15 Uhr besichtigt werden. Es gibt Führungen, Kirchturmbesteigungen und ein Kirchfest.

Die Stadtkirche Babenhausen ist am Samstag, 8., und Sonntag, 9. September, von 14 bis 17 Uhr während des Altstadtfests zur Besichtigung geöffnet. Die frühere Residenzkirche wurde 2009 mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis für die vorbildliche Sanierung ausgezeichnet. Sie beheimatet einen absolut sehenswerten spätmittelalterlichen Flügelaltar.

Die Kirchengemeinde Groß-Umstadt bietet am Tag des offenen Denkmals drei Kirchenführungen an: um 11.30 Uhr im Anschluss an den Gottesdienst zum Bauernmarkt, um 15 Uhr und um 17 Uhr.

Bedeutende Fresken in Kleestadt
Kleestadt nordwand Flucht nach gyptenDie evangelische Kirchengemeinde Kleestadt und der Heimat- und Geschichtsverein Kleestadt laden am Tag des offenen Denkmals gemeinsam in die Kleestädter Kirche ein. Diese ist von 10 bis 17 Uhr geöffnet; Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins bieten Führungen an. Die Pseudobasilika mit zwei Seitenschiffen und halbrundem Chorraum wurde vor 1450 erbaut. 1936 wurden bei Renovierungsarbeiten im Chorraum Fresken aus dem 15. Jahrhundert freigelegt. Zu sehen sind Apostel, musizierende Engel, die Jesusgeschichte. Die über 550 Jahre alten Fresken zählen zu den bedeutendsten in Südhessen. Die Barockorgel kann im Jahr 2020 ihr 300-jähriges Jubiläum feiern und sie tut immer noch zu jedem Gottesdienst ihren Dienst. Bei gutem Wetter sind Turmbesteigungen möglich. Ein herrlicher Blick über Kleestadt und das Umland machen den Aufstieg lohnenswert. Bei klarer Sicht kann man weit bis in Taunus und Odenwald sehen. Ein weiteres Highlight ist die schon traditionelle Ausstellung des Heimat- und Geschichtsvereins. In diesem Jahr hat der Verein zum „Tag der Kleestädter Vereine“ eingeladen. Es wird eine große Fotoausstellung geben und weitere Aktivitäten für Groß und Klein in und um die Kirche. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Es erwarten die Besucherinnen und Besucher Kaffee und ein reichhaltiges Kuchenbuffet von selbstgebackenen Kuchen.

Text: Silke Rummel, Bilder: Peter Panknin, Werner Mark

Die Fotos zeigen das Darmstädter Schloss - Außenansicht -, das sogenannte „Allianzwappen“, das aus dem 15. Jahrhundert stammt und die Verbindung von Anna von Lichtenberg und Philipp von Hanau bezeugt, sowie die Fresken auf der Nordwand der Kleestädter Kirche, auf der der Auszug nach Ägypten dargestellt ist.