Immer wieder sonntags, kommt die Erinnerung

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Plakatausstellung zu "mein sonntag" in Groß-Zimmern eröffnet

"Meine größten Erfolge habe ich sonntags gefeiert", sagt Christian Schwarzer. Doch der  frühere Handballprofi verbringt den Sonntag am liebsten mit der Familie, um gemeinsam "etwas zu unternehmen und die freie Zeit miteinander zu genießen". Ein Tag, der in der Mitte durchgerissen ist, so beschreibt die Studentin Lisa Grass den Sonntag. "Weil ich eine Fernbeziehung führe, ist es für mich ein Tag mit Höhen und Tiefen - und des Abschied nehmens", erklärt die junge Frau. Diese kurzen Zitate sind den Beschreibungen von  Menschen  entnommen, die ihre ganz persönliche Sonntagsgeschichte erzählen. Die Ausstellung "Mein Sonntag" zeigt diese Männer, Frauen, Jugendlichen und Kinder und ihre persönliche Betrachtung des siebten Wochentages. Die rund 20 Plakate sind derzeit vom 11. bis 25. September im Chorraum der Ev. Kirche Groß-Zimmern zu sehen (Opelgasse 2). Offiziell eröffnet wurde die Ausstellung in Anwesenheit von Bürgermeister Achim Grimm, dem Pfarrer Michael Fornoff und dem Pressesprecher des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald Reinhard Völker, der diese Ausstellung mit konzipiert hat.

sonntag in zimmern hp2In seinem Grußwort wies Völker auf den Hintergrund der Kampagne hin. „Das Hessische Ladenschutzgesetz soll nächstes Jahr im Landtag neu verhandelt werden. Als Kirche sind wir zusammen mit dem Gewerkschaftsbund und diversen Sportvereinen gegen eine zusätzliche Öffnung von Geschäften an Sonntagen. Mit dieser Ausstellung wollen wir die Öffentlichkeit für den Sonntag sensibilisieren.“ Bürgermeister Achim Grimm lobte die Idee der Ausstellung und unterstrich als politisch Verantwortlicher, dass auch er hoffe, dass das Ladenschutzgesetz nicht aufgeweicht werde. "Zumindest an den Adventsonntagen sollten die Geschäfte geschlossen bleiben." Pfarrer Fornoff nahm es sich nicht, die rund 20 anwesenden Besucher der Ausstellungseröffnung nach der Bedeutung des Sonntags für ihr Leben zu fragen. Spontan erhielt er Auskunft von einer älteren Frau. Zwar habe sie früher an diesem Tag manche Sportveranstaltung gehabt und deswegen manchmal im Clinch mit dem damaligen Pfarrer gelegen, trotzdem schätze den Sonntag als Ruhe- und Erholungstag. "immer wieder Sonntags kommt die Erinnerung" stimmte eine andere Besucherin spontan einen bekannten Schlager an. Eine junge Konfirmandin bekante: "Am Sonntag schlafe ich bis 12 Uhr aus". Dafür hatte Pfarrer Fornoff Verständnis, der erzählte, wie belastend mittlerweile der Alltag für Schüler und Schülerinnen ist. Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellung mit flotter Swingmusik von Karl-Heinz „Charly“ Herbach (Keybord) und Gerhard Schlepper (Saxophon und Klarinette).