Ein Abenteuer namens Notfallseelsorge

neue notfallseelsorger hp1Sieben neue Notfallseelsorger für den Dienst beauftragt

Einfach ist dieses Ehrenamt nicht. Es ist nicht selten eine Belastung für die Familienangehörigen und die eigene Seele. Und doch haben sich nun sechs Frauen  und ein Mann in einem Gottesdienst in der Evangelischen Kirche in Reichelsheim für die Notfallseelsorge und Krisenintervention im Odenwaldkreis beauftragen lassen. "Ich freue mich, dass sie sich auf dieses Abenteuer einlassen, um Menschen in Not zu helfen", sagte die Leiterin der Notfallseelsorge im Odenwaldkreis Pfarrerin Annette Herrmann-Winter, die sich auch bei den anwesenden Familienangehörigen für ihre Unterstützung bedankte. Zusammen mit Dekan Joachim Meyer vom Dekanat Vorderer Odenwald beauftragte sie Heidrun Mäde, Ulrike Bader, Andrea Schäfer, Traudel Hoffart, Brigitte Romer-Schweers, die auch Präses im Ev. Dekanat Odenwald ist sowie Mehmet Ali Duman als einzigen Mann für den Dienst. Ebenfalls als neuer Notfallseelsorger eingeführt wurde Herrmann Hanselmann, der allerdings nicht  anwesend war. Zuvor waren sieben Mitarbeitende für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet worden. Anlässlich der Beauftragung war auch die stellvertretende Vorsitzende des DRK im Odenwaldkreis Gudrun Nielsen gekommen.

neue notfallseelsorger hp2 In seiner Predigt dankte Dekan Meyer allen Notfallseelsorgern für ihre Bereitschaft anderen Menschen in Not zu helfen. Ihren Dienst verglich er mit dem heilenden Wirken Jesu, der ebenfalls in Not geratenen Menschen zur Seite gestanden habe. Gleichzeitig wies er auf die Grenzen des Einsatzes für den Nächsten hin. "Lassen sie sich auch selbst helfen und unterstützen." Notfallseelsorger werden rund um die Uhr zu allen möglichen Kriseneinsätzen gerufen. Das Spektrum reicht von Autounfällen, Selbsttötung bis hin zu Katastrophen wie der Loveparade in Duisburg. Auf diese verantwortungsvollen Aufgaben werden die Notfallseelsorger, so Pfarrerin Herrmann-Winter, in einem mehrmonatigen Kurs gründlich vorbereitet. Ausbildungsinhalte sind Gesprächsführung, die Vermittlung psychologischer Grundkenntnisse und der persönliche Umgang mit Tod und Sterben. Die Helfer und Helferinnen werden zudem selbst begleitet und weitergeschult. Die Notfallseelsorge und Krisenintervention im Odenwaldkreis, der derzeit 37 Notfallseelsorger angehören, ist eine Einrichtung des Deutschen Roten Kreuzes (Kreisverband Odenwaldkreis) und des Evangelischen Dekanats Odenwald. Erst im Frühjahr dieses Jahres wurde sie für ihr "herausragendes bürgerschaftliches Engagement" mit dem Ludwig-Bergsträßer Preis der HSE-Stiftung in Darmstadt ausgezeichnet. Mehr Infos unter: www.nfs-odenwald.de