Eine Kirche für Kinder und Jugendliche?

zukunftswerkstatt hp1Zukunftswerkstatt befasst sich mit  gemeindepädagischer Arbeit

Das Verhältnis von Kirche und ihrem Glaubensnachwuchs ist alles andere als einfach. Zwar gehen viele Jugendliche in den Konfirmandenunterricht, und Eltern nehmen kirchliche Angebote für Kinder in Anspruch, wie Freizeiten und Kindertagesstätten, doch der Zuspruch lässt nach. Zudem hat sich die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen dramatisch gewandelt. Der Leistungsdruck in den Schulen hat zugenommen, die Freizeit von Kindern und Jugendlichen ist verplant mit außerschulischen Angeboten wie Vereinstätigkeiten, Freunden und Hausaufgaben. Und irgendwo dazwischen will Kirche ihre Angebote platzieren. Keine einfache Aufgabe. Das Evangelische Dekanat Vorderer Odenwald bietet dafür gemeindepädagogische Dienste an und beschäftigt zwei Dekanatsjugendreferenten, um Kirche und Glauben für junge Menschen attraktiv zu halten. Doch wie können solche Angebote aussehen? Passen sie überhaupt noch zur Lebenswelt heutiger Jugendlicher? Und wie kooperieren Kirchengemeinden und Dekanat in diesen Fragen zusammen? Mit dieser Problematik befassten sich einen ganzen Vormittag lang rund 40 Interessierte in einer Zukunftswerkstatt in der Ev. Kirchengemeinde Münster. zukunftswerkstatt hp3Gemeinsam versuchten Pfarrer und Pfarrerinnen, ehrenamtliche Kinder- und Jugendmitarbeiter sowie die Gemeindepädagoginnen und Dekanatsjugendreferenten eine Antwort auf diese Fragen zu finden. Dazu hatte man sich Unterstützung vom Institut für Personalberatung, Organisationsentwicklung und Supervision (IPOS) der EKHN geholt. Ein Problem kristallisierte sich hierbei schnell heraus: der viel zu geringe Stellenanteil der vier Gemeindepädagoginnen in ihren Kirchengemeinden (Groß-Bieberazukunftswerkstatt hp2u und Niedernhausen, Groß-Umstadt, Messel, Eppertshausen und Münster, Groß-Zimmern und Dieburg) und der Stundenanteil für das Dekanat. Oder anders formuliert: wie können möglichst viele Gemeinden von den Referenten und Gemeindepädagoginnen profitieren! Inhaltlich zu arbeiten, wo ständig der Rechenschieber im Kopf existiert, das geht nicht. Deutlich wurde bei der Analyse aber auch, dass die bisherigen Modelle wie Nachbarschaftsbereiche und Runde Tische nicht immer befriedigend waren. Daher böten sich laut Frau Schuster-Haug vom Zentrum Bildung der EKHN nur drei Modelle an: Konzentration auf eine Kirchengemeinde, duale Angebote für Kirchengemeinden und das Dekanat oder eine reine Projektarbeit. Es kristallisierte sich rasch heraus, das keins der Modelle favorisiert wird, sondern an eine Mischform gedacht wird. Das IPOS wird nun die Ergebnisse sichten und beraten. Kann man nur hoffen, dass die Überlegungen und Ideen hierzu nicht versanden - im Interesse der Kinder und Jugendlichen...und der Kirche!