Mehr Umweltschutz für Gotteshäuser

gebudeerfassung hp1Pilotprojekt erfasst energetische Daten kirchlicher Gebäude

Die Evangelische Kirche hat viele Immobilien: Kindergärten, Pfarrhäuser, Gemeindehäuser und Kirchen. Sie alle sind in einem mehr oder weniger guten Zustand. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat im letzten Jahr ein Pilotprojekt gestartet, das eine energetische Erfassung aller kirchlichen Gebäude nach ökologischen Gesichtspunkten vorsieht. An diesem Projekt beteiligt sich, neben fünf anderen Dekanaten, auch das Evangelische Dekanat Vorderer Odenwald. Hintergrund dieser von der Bamberger St. Joseph-Stiftung durchgeführten Maßnahme ist das ehrgeizige Ziel der EKHN, den CO2-Ausstoß bis zum Jahre 2015 um 25% zu senken. Dies gelinge nur, so Kirchenpräsident Dr. Volker Jung, wenn die Kirche auch konkrete Schritte im Gebäudemanagement umsetze. Seit dieser Woche tut dies das Evangelische Dekanat Vorderer Odenwald. ki-klein-umstadt1Alle 40 Kirchengemeinden beteiligen sich am Projekt. Einen Monat lang werden der Bautechniker Volker Wagner und sein Kollege, der Diplom-Wirtschaftsingenieur Claus Zech, rund 140 Gebäude untersuchen. Den Anfang machte das Pfarrhaus in Klein-Umstadt. Pfarrerin Michaela Meingast und der stellvertretenden Präses Christoph Kleinert haben sich zum Auftakttermin in den Heizungskeller begeben. Dort ist Volker Wagner zugange. Er schaut sich den Zustand des Heizkessels an und die Bausubstanz. "Wir messen die Flächen aus, untersuchen Bauteile und überprüfen die Dämmung von Fenstern und Türen. Außerdem werfen wir einen Blick in die Wartungsverträge für Orgel, Glocken und Heizung." Alle Daten werden nach Abschluss der Erhebung in einen Computer eingegeben. Ein Programm errechnet die energetische Bilanz für jedes Gebäude. Erst dann können konkrete Sanierungsmaßnahmen ergriffen werden. "Der Verbrauch und somit überflüssige Ausgaben etwa für Heizöl sollen reduziert werden", so Kleinert. Zudem erfahre die EKHN, was ihre Gebäude tatsächlich Wert seien und wie viel Geldmittel sie für ökologische Maßnahmen bereitstellen muss. "Als Dekanat wollen wir unsere Gebäude in ihrem energetischen Bestand wertschätzen, die Gemeinden in deren Unterhaltung fördern und damit einen aktiven, nachhaltigen Beitrag zum Umweltschutz und zur Bewahrung der Schöpfung leisten", so Dekan Joachim Meyer. Dass das Ziel der CO2-Reduzierung gelingt, davon ist Volkmar Wagner überzeugt. "Viele Gebäude sind in einem überraschend guten energetischen Zustand."  Hintergrund: Das Pilotprojekt der EKHN wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, der Klimaschutzinitiative des  Bundesministeriums sowie dem Forschungszentrum Jülich. Mehr Infos unter: Joseph-Stiftung