"Liebe als evolution\u00e4re Kraft"

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Über 300 Menschen feiern den "Tag der Schöpfung" an der Grube Messel

Vor rund 45 Millionen Jahren lebte hier das Urpferdchen Ida, herrschten tropische Temperaturen an diesem Ort. Im Jahr 2012 klettert das Thermometer an diesem Spätsommerabend auf angenehme 20 Grad und ein strahlend blauer Himmel wölbt sich über die Grube Messel. Über 300 Menschen haben sich hier versammelt, um gemeinsam den ökumenischen "Tag der Schöpfung" zu feiern. „An diesem Weltnaturerbe der Unesco bekommen wir vor Augen geführt, dass wir ein Teil dieser Erdgeschichte und ihrer Zukunft sind: ein Teil von Gottes großer Schöpfung.“ Mit diesen Worten drückte Kirchenpräsident Volker Jung in seiner Predigt seine „besondere Ehrfurcht“ aus, die er in der Grube Messel empfinde. Wörtlich sagte Jung: "Hier bekommt man ein Gespür dafür, dass sich Gottes Schöpfung verwandelt und wie aus Altem immer wieder Neues wird.“ Dieses Neue, so Jung weiter, zeige sich in der Liebe Gottes, die Menschen unter die Haut gehe und aus alten Menschen neue Menschen mache. Jung bezeichnete in diesen Zusammenhang die Liebe als „evolutionäre Kraft“, die das Leben voran treibe. Als Menschen, so der katholische Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann vom Bistum Mainz in seiner Ansprache, seien wir zur Bewahrung der Schöpfung aufgerufen. "Gott braucht Menschen, Menschen hingegen gebrauchen oft nur den Menschen."

Grube Messel HP9An den Gottesdienst nahmen auch Archimandrit Athenagoras Ziliaskopoulos, der griechisch-orthodoxe Metropolie aus Frankfurt sowie Superintendent Carl Hecker von der Evangelisch-Methodistische Kirche teil. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Odenwälder Band Jazz-Time und den Kinderchören Kantorella aus Groß-Umstadt und "Den Finken" aus Reichelsheim umrahmt. Im Vorprogramm gab es Führungen für Besucher durch die Grube Messel, und die Kinder konnten in Sandkisten nach "alten" Dinoknochen aus Plastik suchen. Beendet wurde der "Tag der Schöpfung" mit einem wissenschaftlichen Beitrag des Präsidenten der Grube Messel HP3Paläontologischen Gesellschaft in Frankfurt, Dr. Michael Wuttke. Der bundesweite ökumenische Tag der Schöpfung stand in diesem Jahr unter dem Motto „Jetzt wächst Neues“ und wurde in Kooperation mit dem Weltnaturerbe Grube Messel begangen. Organisiert wurde der Schöpfungstag von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Hessen-Rheinhessen, den Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau sowie von Kurhessen-Waldeck und den Bistümern Mainz und Fulda. Hintergrund: Der Schöpfungstag ist ein noch junger Gedenktag. Erst seit 2011 feiern Christinnen und Christen in Hessen am ersten Freitag im September den Tag der Schöpfung, er markiert den Beginn der „Schöpfungszeit“, die bis zum 4. Oktober dauert. Alle Gemeinden sind aufgerufen, diese Zeit mit Gottesdiensten, Aktionen und Projekten zum Thema: Schöpfung Bewahren zu gestalten. Der Gedenktag wurde im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages 2010 in München ausgerufen. Mehr Infos unter: www.schoepfungstag-hessen.de.

 

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