Kurznachrichten

Die Evangelische Kirchengemeinde Fränkisch-Crumbach sucht für den Kindergarten
zum 1. Januar 2019 eine Erzieherin / einen Erzieher mit 15,5 Wochenstunden.
Stellenbeschreibung
Die Evangelische Kirchengemeinde in Fränkisch-Crumbach sucht für ihre Kindertagesstätte zum 01.01.2019 eine/n Erzieher/in mit 34,5 Wochenstunden für die Waldgruppe „Eichhörnchen“.
Stellenbeschreibung
Die evangelische Kirchengemeinde Nieder-Klingen sucht zum 1.1.2019
eine Küsterin / einen Küster. Stellenbeschreibung
Die ev. Kirchengemeinde Ober- und Nieder-Klingen besetzt zum 01.01.2019 die Stelle
einer Gemeindesekretärin/ eines Gemeindesekretärs. Stellenbeschreibung
Die Pfarrstelle in Brensbach ist ab sofort neu zu besetzen. Stellenausschreibung

"Jesus ist moderner als die Kirche"

Zulehner HP5

Katholischer Theologe spricht vor Protestanten über Kirchenvisionen

Paul M. Zulehner ist ein Mann der Zahlen und Statistiken. Dabei ist der gebürtige Wiener nicht etwa Ökonom, sondern ein gefragter Theologe und Religionssoziologe. In vielen seiner Bücher analysiert er Datensätze und wertet er Fragen aus wie die nach der Religiösität der Österreicher. Besonders am Herzen liegt dem mittlerweile emiritierten Pastoraltheologen die Kirche. Ihr, insbesondere der katholischen, gelten seine Visionen. Denn das immer weniger Menschen in die Kirche gehen und zudem weniger Kirchensteuern in den Klingelbeutel landen - mit all dem mag sich Zulehner nicht zufrieden geben. Statt Kirchenfrust ist er auf der Suche nach lebbaren Kirchenvisonen. Und diese sind auch für Protestanten nicht uninteressant, da auch die evangelische Kirche ähnliche Krankheitssymptome aufweist. Doch was kann man dem Patient Kirche verschreiben? Welches Heilmittel hilft in so einer Krise?

Zulehner HP2Bekanntlich sind Krisen auch Chancen, und über diese referierte der katholische Theologe vor zumeist protestantischen Zuhörern im Kaisersaal des Schlosses Lichtenberg. Der Ort war für das Thema passend gewählt, wie Dekan Joachim Meyer in seinen einführenden Worten befand. Das Schloss wird gerade saniert, und eine große Baustelle sei ja auch die Kirche, so Dekan Meyer weiter: "Wir befinden uns im Umbau." Dieses Bild griff der Theologe Zulehner auf. "Wir stecken in einer tiefen Umbauzeit. Ich mag allerdings das Wort Krise nicht, es wird allzu oft gebraucht, um rückwärtsgewandt zu handeln." Zulehner kritisierte in klaren und offenen Worten, dass die Kirchen sich zu sehr um Strukturreformen kümmerten, statt Visionen zu Zulehner HP4entwickeln. Dabei nahm er Bezug auf das bekannte Wort der Theologin Dorothee Sölle, die einmal gesagt hatte: "Ein Volk ohne Visionen gehe zugrunde!"  Kirche bedürfe  lebendiger Visionen. Man solle daher nicht immer nur auf die Zahl der Kirchenmitglieder und zurückgehenden Steuereinnahmen schauen. "Wir müssen weg von diesem Messlattendenken, das macht uns kaputt. Ein Wechsel in der Perspektive ist wichtig, denn nicht die Kirche stirbt, sondern ihre alte Gestalt." Zulehner ermunterte die Zuhörer sich auf den Mann aus Nazareth einzulassen. "Jesus ist moderner als die Kirche. Die jesuanische Dynamik passt nicht zu den Strukturen unserer Kirche!" Kirche habe aber nur dann eine Existenzberechtigung, wenn sie glaubhaft und spürbar die Liebe Gottes lebe. Dazu gehörten die Annahme und Liebe sowie die konkrete Hinwendung zu den Armen. Leider befasse sich Kirche aber zu sehr mit sich selbst, so Zulehner. "Es gibt bei uns so etwas wie den Triumph des Hinterns über den Kopf. Ständig sitzen wir in irgendwelchen Gremien herum und diskutieren, statt die biblischen Visionen zu leben!" Kirche sei aber ein Instrument für die Hoffnung und die Liebe Gottes, so wie im griechischen Mythos der Sänger Orpheus in seiner Hand einst die Harfe hielt, um seine Eurydike aus der Unterwelt ins Leben zu singen. Allein diese Vision sei der Auftrag der Kirche, so der emeritierte Pastoraltheologe. Die Frage aber sei, so Zulehner am Ende seines Vortrages: Steht Kirche wirklich für dieses radikale Erbarmen? Bei seinen Ausführungen, die nur von der Klaviermusik des jungen Organisten Johann Eggers umrahmt wurden, konnte man im Kaisersaal des Schloßes die berühmte Stecknadel fallen hören. 

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