Kurznachrichten

Die Evangelische Kirchengemeinde Fränkisch-Crumbach sucht für den Kindergarten
zum 1. Januar 2019 eine Erzieherin / einen Erzieher mit 15,5 Wochenstunden.
Stellenbeschreibung
Die Evangelische Kirchengemeinde in Fränkisch-Crumbach sucht für ihre Kindertagesstätte zum 01.01.2019 eine/n Erzieher/in mit 34,5 Wochenstunden für die Waldgruppe „Eichhörnchen“.
Stellenbeschreibung
Die evangelische Kirchengemeinde Nieder-Klingen sucht zum 1.1.2019
eine Küsterin / einen Küster. Stellenbeschreibung
Die ev. Kirchengemeinde Ober- und Nieder-Klingen besetzt zum 01.01.2019 die Stelle
einer Gemeindesekretärin/ eines Gemeindesekretärs. Stellenbeschreibung
Die Pfarrstelle in Brensbach ist ab sofort neu zu besetzen. Stellenausschreibung

Koreanisches Tagebuch: Weltkirchenrat

OKR Joy und Annette HP 2

Blog: Eindrücke vom Weltkirchenrat aus Südkorea von Ökumenepfarrerin A. Herrmann-Winter

1. Spirituelle Pluralität – ein Ausflug zu den Religionen Busans
Der Exkursionstag im Rahmen der 10.Vollversammlung des ÖRK führt uns zu Buddhisten, Konfuzianern, Moslems und den Evangelischen Presbyteranischen Kirchengemeinden vor Ort. Die religiöse Vielfalt, das Nebeneinander und Miteinander der Religionen ist selbstverständlicher Alltag in Korea. Die Presbyterianische Gemeinde in Dongrae, einem nördlichen Stadtteil von Busan, führt uns durch das Kirchenmuseum, in dem sie uns mit großem Traditionsbewusstsein ihre kirchlichen Wurzeln erläutern. Hier sind die ersten Bibeln ausgestellt, die es in Korea gab. Am Ende eines interessanten Tages sind wir in einem der größten buddhistischen Tempel Koreas, dem Beomeosa Tempel bei den Mönchen zu einer Teezeremonie und zum Gespräch eingeladen. Trotz unserer 2-stündigen Verspätung nimmt man sich freundlich Zeit für uns und lädt uns noch zum Abendgebet ein. Dort treffen wir auf viele junge Teilnehmende eines „Templestay“, also eines Aufenthaltes im Tempel, um das Leben der Mönche kennen zu lernen.  Der Tee ist ein Genuss, die Ruhe und Gelassenheit der Mönche ebenfalls. Der Blick auf den abendlich herbstlichen Bergwald eine Entspannung gegenüber der durchgängigen Hochhausskyline von Busan.

2. Dem koreanischen Himmel ganz nah
OKR Teezeremonie im Beomeosa Tempel HP1Ich habe noch nie im Leben im 26. Stock eines Hotels gewohnt, der Blick über die Stadt ist traumhaft! Ich war aber auch noch nie in einer solch technisierten Welt. Alles steht sozusagen unter Strom, bis hin zum beheizten Toilettensitz, den ich nicht ausschalten kann. Außer Wolken-kratzern gibt es eigentlich kaum Häuser. Wenn ich mich umschaue, dann denke ich nicht zum ersten Mal: der Mensch ist der Tod der Schöpfung. Wo und vor allem wie werden all diese Menschen in Zukunft leben, auch bei uns. Wir hegen und pflegen so zarte Pflänzchen wie unsere Jahresthema Klimawandel. Korea ist das Land, das nach Saudi Arabien das am wenigsten nachhaltige der Welt ist. Man sieht eigentlich niemanden, der ohne Smartphone und Laptop unterwegs ist. Da bin ich ein Fossil, denn ich hatte mich entschieden keinen PC mitzunehmen und auch nicht vorher noch ein Tablet zu kaufen. In unserer Reisegruppe bin ich die Einzige und muss mich immer in die Freizeiten der KollegInnen knäulen, um am Blog zu schreiben oder meine Notizen zu machen. Alle sind - auch in den Konferenzräumen - ständig online. Ist das auch unsere Zukunft? Nachtrag: Mein Tribut an die Klimaanlagen und den Eletrosmog ist eine heftige Bronchitis.

 

3. Begegnungen mit der Welt vor Ort
Abseits von all dem sind es reiche Erfahrungen.  Gestern habe ich mich zum Mittagessen mit einer Pfarrerin aus Bridgetwon, der Partnergemeinde von Reichelsheim,  getroffen, Joy Kronenberg. Die Diskussionen über die wichtigsten Papiere sind sehr OKR Korea HP 3interessant. Ein neues Missionsverständnis, das den Diakoniecharakter der Mission und damit den aktiven Part unseres Glaubens betont, wurde vorgestellt und hat viel Zustimmung gefunden. In Workshops am Nachmittag haben die Indonesier ihre Situation vorgestellt. In den letzten elf Jahren sind 50% ihres Regenwaldes abgeholzt worden nur  um Palmöl zu gewinnen. Die Pfarrerin der Presbyterianischen Kirche dort hat geweint und mir kamen auch die Tränen - die Bilder, die sie gezeigt hat, waren erschütternd. Die Bundesregierung kooperiert mit der indonesischen Regierung und fördert diese Ausbeutung, um selbst an den Rohstoff zu kommen. Auch für sie bitte ich, dass Ihr in eurem Morgengebet einen Moment inne halten könnt und die Opfer dieses Überflusses in Gedanken unterstützen könnt. Mein Thema, das mich hier über vier Tage begleitet ist die Überwindung der Gier. Die Bedeutung wird nirgends greifbarer als hier vor Ort im täglichen Miteinander der Delegierten.

4. Noch was...
Vielleicht könnt ihr im Blog etwas mehr verfolgen, was uns hier bewegt. Jetzt mache ich mich auf ins größte Kaufhaus der Welt: 14 Stockwerke, um einen USB Stick zu kaufen, meinen habe ich gestern verloren. Ich hoffe, ich werde fündig. Mich überfordert ja manchmal schon das Angebot eines großen Michelstädter Kaufhauses...Achja, hier sind 25 Grad und die Sonne scheint!

Notabene: Die Versammlung is gut zu ende gegangen, wenn man davon absieht, dass eine Anti-OERK-Gruppe der koreanischen Kirchen, die zehn Tage lang gegen den OERK demonstriert hat, im Abschlussgottesdienst das Podium gestürmt hat. Ich freue mich auf die Rückkehr und gehe ans Koffer packen. Heute Abend trifft sich unsere EKHN-Delegiertengruppe noch zu einem Abschlußessen und einer Auswertung. Am Montag bin ich dann wieder in Deutschland!

Ganz herzliche Grüße aus Busan/Südkorea
Annette Herrmann-Winter, Delegierte der EKHN

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