Kurznachrichten

Die Evangelische Kirchengemeinde Fränkisch-Crumbach sucht für den Kindergarten
zum 1. Januar 2019 eine Erzieherin / einen Erzieher mit 15,5 Wochenstunden.
Stellenbeschreibung
Die Evangelische Kirchengemeinde in Fränkisch-Crumbach sucht für ihre Kindertagesstätte zum 01.01.2019 eine/n Erzieher/in mit 34,5 Wochenstunden für die Waldgruppe „Eichhörnchen“.
Stellenbeschreibung
Die evangelische Kirchengemeinde Nieder-Klingen sucht zum 1.1.2019
eine Küsterin / einen Küster. Stellenbeschreibung
Die ev. Kirchengemeinde Ober- und Nieder-Klingen besetzt zum 01.01.2019 die Stelle
einer Gemeindesekretärin/ eines Gemeindesekretärs. Stellenbeschreibung
Die Pfarrstelle in Brensbach ist ab sofort neu zu besetzen. Stellenausschreibung

„Muße ist nicht Zeitmanagement!“

Hengsbach HP1

Sozialethiker Friedhelms Hengsbach fordert 30 Stunden-Woche

„Alles Tun unter dem Himmel hat seine Zeit!“, heißt es schon im Buch Prediger im Alten Testament. Heute ist Zeit auch Geld, und davon haben einige sehr viel und viele deutlich weniger. Gestresst aber, so der Gesamteindruck, sind die meisten Menschen. Doch warum ist das so? Warum leiden so viele Menschen unter Zeitdruck, Überlastung und Arbeitsverdichtung? Diesen Fragen ging der emeritierte Professor für Sozial- und Wirtschaftsethik Friedhelm Hengsbach nach. Vor über 70 Zuhörern sprach der bekannte Autor in den Räumen der Beschäftigungsinitiative Wurzelwerk in Groß-Umstadt über „Das Rätsel der Zeit, oder wie wir sinnvoll leben können.“ Hengsbach machte erst theologische und sozialphilosophische Ausflüge in Zeittheorien vom Kirchenvater Augustin bis hin zum Philosophen Ludwig Wittgenstein. Zeit, so Hengsbach, sei eine dreigeteilte Erfahrung: „Es gibt die Gegenwart des Vergangenen, die Gegenwart des Gegenwärtigen und die Gegenwart des Zukünftigen.“ Zeit erleben wir immer nur im Moment, von dem aus wir uns erinnern oder nach vorne blicken. Zeit, so Hengsbach weiter, sei ferner ein Beziehungsgeschehen, welches sich durch Handeln in Beziehung mit Hengsbach HP2Menschen und Dingen ereigne. Daher solle man nicht von „der“ Zeit reden, sie sei kein Objekt. „Sinnvolle Zeit“ beginne daher in unseren Beziehungen zu anderen Menschen, zur Schöpfung und zur Arbeitswelt. Doch genau hier, so der christliche Denker, setze der heute beobachtbare Zeitstress ein. Die Ausweitung der Arbeitszeit etwa auf 42 Stunden, zunehmende Flexibilisierung der Arbeitsprozesse sowie das Internet hätten viele Bereiche des Lebens dynamisiert und beschleunigt. Wir lebten heute, so Hengsbach, „unter einem Diktat der Zeit.“ Was zähle sei die Steigerung der Produktion und Kapitalflüsse, nicht aber der Mensch. Für diese Raserei macht der Jesuit aus Ludwigshafen vor allem die „informationsgestützten Finanzmärkte“ verantwortlich. So würden etwa der Aktienhandel und der Handel mit Waren in Bruchteilen von Sekunden von Rechnern getätigt. Der Mensch hechle dieser Atemlosigkeit hinterher. Die Privatsphäre und die Erwerbsarbeit durchdringen sich immer mehr, so würden selbst Freizeitaktivitäten heute zu einem Konsumgeschehen. „Muße ist etwas anderes als Zeitmanagement“, so Hengsbach, daher sieht er in der Entschleunigung und der Forderung nach einer 30-Stunden-Woche einen möglichen Weg aus dem Zeitdruck. Er selbst freilich bekannte, dass auch ihn zuweilen die Termine, Emails und das Handy im Griff hätten.

Den Vortrag bzw. das Referat von Professor Hengsbach finden Sie hier.

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