Kurznachrichten

Die Evangelische Kirchengemeinde Fränkisch-Crumbach sucht für den Kindergarten
zum 1. Januar 2019 eine Erzieherin / einen Erzieher mit 15,5 Wochenstunden.
Stellenbeschreibung
Die Evangelische Kirchengemeinde in Fränkisch-Crumbach sucht für ihre Kindertagesstätte zum 01.01.2019 eine/n Erzieher/in mit 34,5 Wochenstunden für die Waldgruppe „Eichhörnchen“.
Stellenbeschreibung
Die evangelische Kirchengemeinde Nieder-Klingen sucht zum 1.1.2019
eine Küsterin / einen Küster. Stellenbeschreibung
Die ev. Kirchengemeinde Ober- und Nieder-Klingen besetzt zum 01.01.2019 die Stelle
einer Gemeindesekretärin/ eines Gemeindesekretärs. Stellenbeschreibung
Die Pfarrstelle in Brensbach ist ab sofort neu zu besetzen. Stellenausschreibung

"Nie wieder Krieg"

"LGS extra: Schulseelsorge" zeigt Ausstellung über die Weltkriege in Dieburg

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Dieburg. Der Blick des Lehrers wird starrer, seine Worte werden immer eindringlicher. Er richtet einen flammenden Appell an  seine Schüler – sie sollen sich für den Kriegseinsatz melden. „Das Feld der Ehre ruft euch!“, schnarrt der Lehrer und seine Stimme überschlägt sich fast. Am Ende hat er sein Ziel erreicht: „Wir gehen alle freiwillig“, rufen die jungen Männer begeistert.

Die Szene ist ein Ausschnitt aus der Verfilmung von Erich Maria Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“, der die Schrecken des Ersten Weltkriegs auf drastische Weise schildert. „Mich persönlich schüttelt’s immer wieder, wenn ich diesen Filmausschnitt sehe“, sagt Karsten Gollnow, Schulseelsorger an der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg bei der Eröffnung der Ausstellung „Erinnern und Gedenken – Feldpost und Soldatenbriefe aus den Weltkriegen“, die derzeit im Foyer der Schule zu sehen ist. Es sei eine Ausstellung, die mit dem Tod zu tun habe, aber in einer sehr lebendigen Gegend stattfinde, sagt Schulleiter Thomas Reinholz. Sie ist der Auftakt der neuen Reihe „LGS extra“, die die Schulseelsorge in Zusammenarbeit mit dem Dekanat Vorderer Odenwald etablieren und die Impulse zu gesellschaftsrelevanten Themen geben will.

Was haben die Soldaten wirklich gedacht, fragt sich Gollnow. Und gefühlt? Als nächstes Bild zeigt er einen Soldatenfriedhof – eine riesige Wiese, darauf weiße Kreuze in Reih und Glied. 65 Millionen Soldaten und Zivilisten seien in den beiden Weltkriegen umgekommen, sagt Kollege Hubertus Naumann. „Wir haben Glück gehabt, wir durften lange Zeit in Deutschland in Frieden aufwachsen.“LGS1

Geschichte soll sich nicht wiederholen: „Wir haben die Pflicht zum Gedenken, damit das Vergessen keinen Platz findet“, sagt Dieburgs Bürgermeister Dr. Werner Thomas, „und an die Grausamkeiten des Krieges zu erinnern, um den Frieden zu erhalten.“ Der Erste Weltkrieg sei sicherlich was die Waffen und die Zahl der Toten anbelange ein ganz entscheidender Krieg der neuen Form gewesen, sagt der Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernent Christel Fleischmann. Für die Bevölkerung habe er „unermessliches Leiden“ zur Folge gehabt. Es sei richtig und wichtig und gut, die Ausstellung zu beherbergen, sagt Christopher Kloß vom Kirchlichen Schulamt. Denn: „Das größte Opfer vor jedem Krieg war die Wahrheit.“

Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Stadtarchiv in Breuberg zustande gekommen. Der ehrenamtliche Mitarbeiter Heinrich Helm hat irgendwann begonnen, Feldpostbriefe, Gedenktafeln und andere Erinnerungszeichen zu sammeln, die die Besitzer wegwerfen wollten. Die Kunsthistorikerin und Historikerin Dr. Jutta Reisinger-Weber hat daraufhin die Dokumente gesichtet und ausgewertet und die Schrift „Merk_mal(e) – Erinnern und Gedenken in der Stadt Breuberg“ verfasst. Das Buch ist die Basis für die Ausstellung, die durch persönliche Kontakte an die Landrat-Gruber-Schule kam.

Jutta Reisinger-Weber spannt einen weiten Bogen – vom Einheitskrieg 1870/71 über den Ersten Weltkrieg, den Zweiten Weltkrieg, Gedenktafeln und Erinnerungsstätten bis hin zu den Stolpersteinen für die ermordeten jüdischen Mitbürger und das Ehrenmal für Bundeswehrsoldaten, das 2008/2009 in Berlin für diejenigen errichtet wurde, die bei Auslandseinsätzen ums Leben kamen.
„Nie wieder Krieg“, hat der Gefreite Schwarz 1918 auf seine Butterbrotdose geritzt, die in einem Schaukasten zu sehen ist. Zurzeit gebe es 20 Kriege weltweit, sagt Jutta Reisinger-Weber.

LGS3Einzelschicksale werden geschildert. Da ist zum Beispiel Arno Krapp, der Musiker werden wollte, aber im Alter von 16 Jahren an einem Kopfschuss durch den Feind starb. Oder die beiden Brüder Helmut und Walter Zahn. Der eine fiel 1943 mit 19 Jahren an der Ostfront, der andere mit 17 Jahren wenige Wochen vor Kriegsende 1945 bei Düsseldorf. Die Mutter las alle Feldpostbriefe, band sie zusammen und legte sie weg.

„Es ist nah, man spürt heute noch die Ausläufer von damals“, sagt Marc Luckhardt (14) von der Goetheschule. Das, was damals passiert sei, dürfe nicht mehr passieren. Seine Klassenkameraden Jan Pullmann (14), Christopher Bach (15) und Anton Bechtloff (14) stimmen ihm zu.


Text und Fotos: Silke Rummel

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