„Es hat einer immer gut mit mir gemeint“

Der Groß-Zimmerner Pfarrer Michael Merbitz-Zahradnik feiert am Pfingstmontag 25-jähriges Dienst- und Ordinationsjubiläum

MMZ HPEs könnte ein himmlisches Wochenende werden: Am Pfingstsonntag ist der Groß-Zimmerner Pfarrer Michael Merbitz-Zahradnik im Stadion am Böllenfalltor und drückt dem SV Darmstadt 98 im Spiel gegen St. Pauli die Daumen, auf dass es klappt mit der Ersten Bundesliga. Am Pfingstmontag feiert er sein 25-jähriges Ordinations- und Dienstjubiläum.

Wenn Michael Merbitz-Zahradnik von den Lilien spricht, gerät er ins Schwärmen. Seit rund 40 Jahren ist er Fan des Vereins, hat als solcher Höhen und Tiefen erlebt. „Die letzten zwei bis drei Jahre waren einfach nur genial“, sagt der 58-Jährige.
Niemand hätte es für möglich gehalten, dass der SV Darmstadt 98 nach seinem Überraschungsaufstieg in die Zweite Liga so weit vorne spielen und es nun sogar um den Aufstieg in die Erste Liga gehen würde. Es sei eine „besondere Atmosphäre“, sagt Merbitz-Zahradnik, die Mannschaft zeige Kampf und Einsatz, „ehrliche Arbeit“, da springe der Funke über. Natürlich ist er am Sonntag beim entscheidenden Spiel gegen St. Pauli im Stadion – zusammen  mit Sohn (22) und Tochter (17).

Der Sport zieht sich wie ein roter Faden durch seinen Lebenslauf. Passiv wie aktiv. „Ich brauche Bewegung“, sagt der Pfarrer. Früher spielte er in Roßdorf Handball, lief regelmäßig, sogar Marathons, bis ihn Knie- und Sprunggelenksprobleme zum Aufhören zwangen. Jetzt fährt er Rennrad und Mountainbike – Rundfahrten und Radrennen inklusive. „An der Luft zu sein gibt mir Kraft und Freude.“ Dazu passt es auch, sich die Kamera zu schnappen und Fotos zu machen.

Geboren ist er in Karlsruhe, aufgewachsen in Darmstadt, gegenüber vom Schlachthof, wo heute das Hundertwasserhaus steht. Der frühere Dekan und Pfarrer der Michaelsgemeinde, Wilhelm Stühlinger, habe ihn geprägt, sagt Merbitz-Zahradnik. 1978 zog er mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder nach Roßdorf, wo die Eltern noch heute leben.

„Es hat sich so viel gefügt in meinem Leben, es hat einer immer gut mit mir gemeint“, sagt Merbitz-Zahradnik. Nach dem Theologiestudium in Frankfurt und Heidelberg (1979 bis 1987) machte er sein Vikariat in Georgenhausen-Zeilhard (1987 bis 1989). Es folgte das Spezialvikariat in der Klinikseelsorge am Elisabethenstift, von 1990 bis 1991 war er Pfarrvikar in Dalheim im Dekanat Oppenheim, 1991 bis 1997 Pfarrer in der Paulusgemeinde in Darmstadt, 1998 bis 2002 in Heubach und Wiebelsbach und seit 2002 in Groß-Zimmern zusammen mit Pfarrer Michael Fornoff.

Er sei ein bodenständiger Mensch, keiner, den es in die große, weite Welt ziehe, sagt Merbitz-Zahradnik. „Ich bin mehr ein Sammler und Bewahrer.“ Die Kultur zu erhalten und trotzdem modern zu sein, das sieht er als Aufgabe der Kirche. Als Pfarrer möchte er authentisch sein, humorvoll und so unverkrampft wie möglich. Wichtig ist, dass es stimmig ist: Als er vor einiger Zeit einen Mann bestattete, der zeit seines Lebens ein großer Fan des FC Bayern München war und der sich wünschte, im Sarg sein Trikot zu tragen, schloss Merbitz-Zahradnik seine Trauerrede mit einem Abpfiff.

Ein großes Tamtam zu seinem Dienst- und Ordinationsjubiläum am Pfingstmontag ist nicht seins. „Das passiert wie älter werden automatisch“, sagt Merbitz-Zahradnik. „Es ist mir wichtig zu betonen, dass ich seit 25 Jahren diesen schönen und privilegierten Beruf ausüben darf.“ (sru)


Der Festgottesdienst ist am Pfingstmontag, 25. Mai, 9.30 Uhr, in der Evangelischen Kirche in Groß-Zimmern mit Dekan Joachim Meyer und Pfarrer Michael Fornoff sowie dem Kirchen- und Posaunenchor.