„Ich würd’s wieder machen“

Mit Andrea Engel hat die Kirchengemeinde Brensbach wieder eine Pfarrerin. Am Sonntag, 21. Juni, 14 Uhr, wird sie in der evangelischen Kirche eingeführt.

AndreaEngelHPZwei Drittel ihres Arbeitszimmers sind noch in Kisten verpackt. Am 1. Juni erst haben Andrea Engel und ihr Mann ihr neues Heim in Brensbach bezogen, da war noch gar nicht die Zeit alles auszupacken und einzurichten. Das Ehepaar ist gut angekommen in diesem Teil des Odenwalds. „Es ist schon eine große Herzlichkeit und Wärme, die mir da entgegenkommt“, sagt die 52-Jährige. Allzu weit war der Umzug nicht: Vor ihrem Wechsel nach Brensbach war Andrea Engel fünf Jahre lang in Rimbach und in Zotzenbach. Dennoch: „Es gibt vieles zu entdecken – auch landschaftlich.“

Studiert hat die gebürtige Wald-Michelbacherin in Frankfurt, Mainz und Marburg. Sie war im Mörfelden-Walldorfer Stadtteil Walldorf, in Wehrheim im Taunus und knapp 16 Jahre lang in Schönborn im Dekanat Dietz, bevor sie in die alte Heimat zurückkehrte. Pfarrerin wurde sie mehr über Umwege, denn ursprünglich wollte Andrea Engel Lehrerin für Deutsch und Religion werden und an der Grundschule unterrichten. Doch die 1980er Jahre waren die Zeit der Lehrerschwemme. „Taxifahrerin wäre ich nicht geworden bei meinen Fahrkünsten“, meint die Pfarrerin trocken.

Ursprünglich wollte sie Lehrerin werden
Als Jugendliche war sie bei der Liebenzeller Mission aktiv, und so entschied sie sich fürs Theologiestudium. „Ich bin da reingewachsen“, sagt Andrea Engel, „und es hat mir mehr und mehr Spaß gemacht.“ Auch wenn sie noch Lehrerin hätte werden können, sie wollte dann Pfarrerin sein. Bereut hat sie es nie. „Ich würd’s wieder machen.“

Der Kontakt mit Alt und Jung, Menschen zu begleiten und Hilfestellung zu geben – das liegt ihr am Herzen. „Ich predige auch gerne, am besten vor einer vollen Kirche“, sagt sie. Lebendige Gottesdienste mit Jugendlichen, Familien und Musik, das schwebt ihr für Brensbach vor. „Der Gottesdienst ist das Herzstück einer Gemeinde.“

Projektarbeiten mit Kindern und Jugendlichen will sie anbieten, einen Kindergottesdienst würde sie gerne einführen, mehr Öffentlichkeitsarbeit machen und Frauenarbeit, etwa den Bibelgesprächskreis begleiten.

Was bedeutet ihr Glaube? „Halt zu haben im Leben und zu wissen, wohin die Wege führen und dass das Leben hier ein Durchlauf ist zur großen Ewigkeit“, sagt Andrea Engel, „aber Glaube bedeutet auch Arbeit, denn es gibt auch Rückschritte und Zweifel.“ Für Andrea Engel schließt sich mit dem Datum ihrer Einführung in Brensbach ein Kreis: Am 21. Juni 1992 wurde sie – ebenfalls um 14 Uhr – ordiniert, also ins Amt eingeführt.