„Mit Musik werden so viele Brücken geschlagen“

Für die Partnerschaftsarbeit im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald war die Chorreise nach Südafrika ein Novum. Drei Fragen an Ökumenepfarrerin Annette Herrmann-Winter, die für Partnerschaftsarbeit zuständig ist und die Reise mitorganisiert hat.

AHW2 hoch HPWas war das Besondere dieser Chorreise?
Annette Herrmann-Winter: Zum ersten Mal bestand eine Delegation aus 25 Teilnehmenden aus allen Partnergemeinden des Dekanats. Und zum ersten Mal gab es ein alle verbindendes Thema: die Musik. Sie hat den Vorteil, dass sie ohne Sprache und Sprachbarrieren auskommt. Mit der Musik werden so viele Brücken geschlagen. Da spielt es keine Rolle mehr, ob jemand schwarz oder weiß oder farbig ist oder aus welchen sozialen Verhältnissen Menschen kommen.

Was hat die Reise für die Partnerschaftsarbeit gebracht?
Annette Herrmann-Winter: 80 Prozent des Projektchores hatte vorher noch nie etwas mit Partnerschaftsarbeit zu tun. Viele waren noch nie zuvor in Südafrika. Durch die Reise konnten wir neue Interessierte für den weiteren Austausch mit der Moravian Church in Kapstadt gewinnen. Für unsere Partnerkirchen war gerade die Vielfalt des Projektchores sehr beeindruckend. Durch die Unterbringung in Privatquartieren wurden  Kontakte geknüpft und werden jetzt weiter gepflegt. Das ist ein wesentlicher Impuls für die Zukunft. Das große Engagement des Partnerschaftsausschusses in Kapstadt hat durch den Besuch und die Konzerte viel Aufmerksamkeit und Öffentlichkeit auch auf Kirchenleitungsebene erhalten und wurde gewürdigt. Das finde ich besonders schön.

Wie geht es in Zukunft weiter?
Annette Herrmann-Winter: Das Modell, die Delegationsreise unter ein Thema – die Musik – zu stellen, war ein voller Erfolg. So wollen wir auch in Zukunft weiter arbeiten. Es gibt viele Themen, die auf einen gemeinsamen Austausch warten, zum Beispiel zu heutigen Lebensformen, zu den Auswirkungen des Klimawandels oder zum Umgang mit älteren Menschen. In zwei Jahren wird eine Delegation aus Südafrika in unserem Dekanat zu Besuch sein. Ich hoffe, dass die Teilnehmenden des Chorprojektes dann als Gesprächspartner und Gastgeberinnen wieder dabei sein werden.