Stürmisch bewegt und ziemlich bewegend

8. Ökumenischer Pilgertag in Fischbachtal am 25. Juli stand unter dem Motto "Leben braucht Vielfalt"/Sturmwarnung für den Nachmittag
Pilgern1Als am Ende des Pilgertages alle um den Altar der Kirche herum standen, wurden sie von Annette Herrmann-Winter, Pfarrerin für Ökumene im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald, gefragt, was sie an diesem Tag besonders fanden. Die Vielzahl und die Vielfalt der Antworten war beeindruckend.

Die Predigt von Pfarrer Franz-Josef Hassemer beim Eröffnungsgottesdienst in der St.-Jost-Kapelle, der vom Evangelischen Posaunenchor Niedernhausen begleitet wurde, ging den BesucherInnen nahe. Über die Vielfalt bei Tieren und Pflanzen kam er zu der Vielfalt bei den Menschen. Die zeige sich in den so unterschiedlichen Begabungen, die es oft nur zu nutzen gilt. Wenn wir unsere Begabungen erkennen, kommen auch unsere Grenzen zu Tage, meinte Hassemer. Beide - unsere Begabungen wie unsere Grenzen - machen unsere Vielfalt aus.Pilgern3
 
Pilgern auf eigene Gefahr
Doch schon vor dem Gottesdienst gingen aufgeregte Anrufe bei Niedernhausens Pfarrerin Annika Fröhlich ein: ob denn der Pilgertag überhaupt stattfände, wenn es so windig und für den Nachmittag eine Sturmwarnung herausgegeben sei. Stephan Kühn von der Initiative Fischbachtal kreativ gab nach dem Gottesdienst die gemeinsame Entscheidung des Organisationsteams bekannt: "Leider müssen wir wegen des unsicheren Wetters den Pilgertag jetzt beenden - bevor wir überhaupt losgegangen sind." Die VeranstalterInnen könnten nicht die Verantwortung für die unversehrte Rückkehr der PilgerInnen übernehmen, erklärte Kühn. Er ergänzte: "Aber wir drei gehen jetzt trotzdem los und schauen sehr aufmerksam, wie sich das Wetter entwickelt. Wer mit uns geht, macht dies in ganz eigener Verantwortung." So gingen einige Gäste nach Hause und andere auf den Weg rund um Fischbachtal.

Pilgern2Kräftige Böen und beeindruckende Wolkenberge begleiteten die Pilgerinnen und Pilger auf dem gesamten Weg, die Fernsicht war fantastisch und die Fotografen glücklich. Unterwegs hielt die Gruppe an den bekannten Stationen, um Pause zu machen und auch, um geistliche Impulse zu empfangen: über die Vielfalt der Gottesbilder innerhalb der verschiedenen Religionen wurde gesprochen, verlesen wurde aber auch die schöne kleine Kindergeschichte vom Findefuchs. So vielfältig wie die Vortragenden waren auch die Beiträge.

Hochzeitsgesellschafts meets Pilgertruppe
Auf dem Weg zum Schloss Lichtenberg mischten sich plötzlich die Gäste einer Hochzeit mit den Gästen des Pilgertages. Im Schlosshof endete der fröhliche Austausch zwischen den Gruppen: die einen gingen in den Kaisersaal zum Feiern, die anderen in die Schlosskapelle, um dort den Worten von Pfarrerin Fröhlich ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

Nach der Schlussandacht in der Niedernhäuser Kirche trafen sich alle Pilgerinnen und Pilger zu einem kleinen Imbiss im evangelischen Gemeindehaus. Aber der kleine Imbiss war gar nicht so klein: Fatana Schabel hatte Spezialitäten aus der afghanischen Küche in reichlichen Mengen als Fingerfood vorbereitet. Auch hier zeigte sich - zum letzten Mal an diesem Pilgertag - die große Vielfalt: die afghanische Küche ist geprägt von Einflüssen aus Indien, China und Persien, vereint so das Beste aus dem Mittleren Osten. Pilgern4

Reich beschenkt von den Eindrücken des Tages trennten sich die Pilgerinnen und Pilger - manche verabredeten sich sogleich fürs nächste Jahr, dem neunten ökumenischen Pilgertag - wie immer am ersten Samstag in den Sommerferien.

Text und Bilder: Stephan Kühn, Fischbachtal kreativ

Weitere Bilder und Informationen finden Sie auf www.fischbachtal-kreativ.org oder hier.