Pilgern mit Blick aufs Klima

Stopp in Fränkisch-Crumbach / Stellvertretende Kirchenpräsidentin: Leidenschaft für Gerechtigkeit gefragt
PilgernneuHPVon Höchst im Odenwald nach Worms, in vier Tagen: Rund 30 Pilgerinnen und Pilger waren auf der 65 Kilometer lange Strecke ins rheinland-pfälzische Worms unterwegs, um mit den „Füßen zu beten“ und auf die Folgen des zunehmenden Schadstoffausstoßes für die Umwelt hinzuweisen. Der Weg führt dabei bewusst an Orten vorbei, die mit dem Klimawandel zusammenhängen. Ein Stopp war in Fränkisch-Crumbach.

Der Marsch ist zugleich Teil einer europaweiten Initiative, bei denen sich Engagierte unter dem Motto „geht doch!“ auf den Weg vom Ort des vergangenen Welt-Klimagipfels in Kopenhagen bis nach Paris zum bevorstehenden globalen Umwelttreffen aufmachen, das am 30. November beginnt. Die Aktion steht außerdem in Verbindung mit dem vom Ökumenischen Rat der Kirchen ausgerufenen „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“. Veranstalter ist das Zentrum Ökumene mit Sitz in Frankfurt.

Bei der Eröffnungsveranstaltung in Höchst wies die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf, auf die spirituelle und politische Dimension des Pilgerns hin. So könnten Pilgerwege neben der Suche nach Gott auch „von der Leidenschaft für Gerechtigkeit und Frieden“ geprägt sein. „Indem Menschen miteinander auf dem Weg sind, sich austauschen, miteinander beten und sich zum Handeln anregen lassen, wird die christliche Gemeinschaft verändert, belebt, gestärkt“, sagte Scherf. Wichtig sei es dabei, eine Haltung einzunehmen, die es ermögliche, für andere offen zu sein, die aber zugleich zum Danken, Klagen und Nachdenken anrege.

Scherf ging in Höchst auch auf die aktuelle Flüchtlingsfrage ein. „In diesen Tagen mahnen uns die Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak, aus Afghanistan und Somalia mit ihrem langen Marsch an Fragen der gerechten Wirtschaft, des Teilens, der Teilhabe und einer Sicherheitspolitik, die Grenzen für Schutzbedürftige offenhält“, erklärte Scherf. Sie dankte dabei auch, „für alles Engagement für Menschen, die Zuflucht bei uns suchen – von der Kleiderspende über den Gang zu einer Behörde, dem Deutschkurs oder einer Essenseinladung bis hin zum Gebet oder einer öffentlichen Stellungnahme für einen menschenwürdigen Umgang in den verschiedenen Aufnahmeeinrichtungen vor Ort“.

Volker Rahn/EKHN; Foto: Rummel