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"Christenpflicht" für Flüchtlinge einzutreten

Evangelische Kirche macht am Reformationstag in Wiesbaden „Eine Welt“ zum Thema/FR-Chefredakteurin findet deutliche WorteMika ReformationstagHP

Wiesbaden / Darmstadt, 1. November 2015. Die Chefredakteurin der „Frankfurter Rundschau“, Bascha Mika, hat den Kirchen am Samstagabend in Wiesbaden eine zu unpolitische Haltung in der Flüchtlingsfrage vorgeworfen. Zwar engagierten sich viele Ehrenamtliche aus Gemeinden in der Betreuung Hilfesuchender, jedoch äußere sich die Kirche in der Öffentlichkeit zu zurückhaltend in Fragen der Flüchtlingspolitik, sagte sie in ihrem Festvortrag anlässlich des Reformationstages am 31. Oktober in der Wiesbadener Lutherkirche vor über 900 Besucherinnen und Besuchern. Sie forderte die Kirchen auf, „mit aller Kraft“ und „lauter Stimme“ für die Flüchtlinge einzutreten. Dies bezeichnete Mika als „Christenpflicht“. Die Flüchtlingskrise könne der Kirche zudem dabei helfen, aus „ihrer eigenen Krise herauszuhelfen“. Durch das Engagement vor Ort könnten traditionelle Gemeindegrenzen aufgebrochen werden und neue Menschen den Zugang zur Kirche finden.

Mika: Kirchen lassen sich von osteuropäischen Machthabern kapern
Nach Ansicht Mikas seien die Protestanten in Europa auch gefordert, auf ihre östlichen Nachbarkirchen einzuwirken. Als Beispiel nannte sie die Kirchen in Ungarn, die sich in eine Allianz mit der nationalkonservativen Regierung begeben hätten und aus Angst vor dem Verlust von Privilegien „seltsam stumm“ in der Flüchtlingsfrage blieben. Dies erwecke den Anschein, als ob sich „die europäischen Kirchen von totalitären Machthabern kapern lassen“, so Mika. Die Journalistin sprach zum Auftakt des neuen evangelischen Themenjahres „Reformation und Eine Welt“ in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau über „Migranten, Medien und die (Ohn)Macht der Kirchen“. Die in Oberschlesien geborene Journalistin leitet seit 2014 die Redaktion der „Frankfurter Rundschau“. Zuvor war sie zehn Jahre lang Chefredakteurin der „taz“ in Berlin. Traditionell blickt bei der Reformationsfeier der hessen-nassauischen Kirche eine bekannte Persönlichkeit auf die aktuelle Rolle des Protestantismus in der Gesellschaft.

Jung: Nüchternheit und Mut in Flüchtlingsfrage wichtig
Zuvor hatte der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Volker Jung, angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation in Deutschland zum „Vertrauen in die Kraft der Barmherzigkeit“ aufgerufen. Die zentrale Frage ist nach Ansicht Jungs aktuell „was Menschen brauchen und wie wir ihnen helfen können“. Dagegen sei es nicht angemessen zu überlegen, „wie wir uns vor denen schützen können, die Schutz suchen“. Stattdessen seien jetzt „Nüchternheit und Klugheit und gegenseitige Ermutigung“ wichtig. Jung lobte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Haltung in der Flüchtlingsfrage. Jung: „Ich habe großen Respekt vor der Kanzlerin, die die Frage nach der Not der Menschen erst einmal obenan gestellt hat“. Jung ReformationstagHP

Politik: an Frieden und Gerechtigkeit orientieren
Kirchenpräsident Jung hatte die sogenannten Seligpreisungen aus der Bergpredigt des Matthäusevangeliums zum Ausgangspunkt seiner Predigt in dem Gottesdienst zum diesjährigen Reformationstag gemacht. Nach seinen Worten ist die Bergpredigt Jesu weder bloßer „Seelentrost“ noch ein „politisches Programm“, mit dem Menschen Gottes Reich „machen“ könnten. Die Bergpredigt bewege aber Menschen, auf Gottes Kraft zu vertrauen und „Politik zu machen, die sich an dem Leben orientiert, zu dem Gott uns hin bewegt – zu einem Leben in Gerechtigkeit und Frieden, zu einem Leben, das das Wohl aller Menschen in den Blick nimmt“. Der Gottesdienst mit anschließendem Festakt in Wiesbaden eröffnete zwei Jahre vor dem 500-Jahr-Jubiläum der Reformation auch das evangelische Themenjahr „Die Reformation und die Eine Welt“. Es soll sich in den kommenden Monaten unter anderem mit der weltweiten Dimension der Reformation beschäftigen.

Oelschläger: Welt schaut auf Heimatland des Protestantismus
Der Präses der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Dr. Ulrich Oelschläger, moderierte den an den Gottesdienst anschließenden Festakt zum Reformationstag mit Gästen aus Politik, Gesellschaft und Kirche. In seiner Ansprache erinnerte er daran, welche Brisanz das Thema Flüchtlinge im Verlauf der vergangenen Monate gewonnen habe. So hätten etwa zu Beginn des Jahres manche Medien die Flüchtlingssituation noch ignoriert, obwohl etwa die Kirchen immer wieder auf die Dringlichkeit hingewiesen hätten. Als Beispiel nannte er die gemeinsame Tagung der hessen-nassauischen Kirchensynode und der Diözesanversammlung Limburg, die bereits im Juni einen Forderungskatalog für einen menschenwürdigen Umgang mit Hilfesuchenden aufgestellt hätten. Zudem habe nun das innerhalb der Reformationsdekade der evangelischen Kirche für die kommenden Monate vorgesehene Jahresthema „Reformation und Eine Welt“ eine vorher ungeahnte Bedeutung erhalten. „Eigentlich sollten die Ausbreitung des Protestantismus und die vielfältigen Beziehungen in der ganzen Welt in den Blick genommen werden. Stattdessen nimmt die Welt heute das Heimatland des Protestantismus in den Blick und schaut ganz genau darauf, wie Menschen bei uns eine neue Heimat finden“, sagte Oelschläger.

Lutherkirche: Festlicher Gottesdienst mit vielen Mitwirkenden
Neben Kirchenpräsident Volker Jung gestalteten unter anderem der Propst für Süd-Nassau, Oliver Albrecht, der katholische Stadtdekan Wiesbadens Klaus Nebel, der evangelische Pfarrer Volkmar Thedens-Jekel und die Kirchenvorsteherin Maya Vogel den Gottesdienst in der Wiesbadener Lutherkirche mit. Musikalisch begleitete unter anderem der Bachchor Wiesbaden unter der Leitung von Jörg Endebrock die Feier.

Reformationstag: Hintergrund zum 31. Oktober
Am 31. Oktober erinnern Protestanten in aller Welt an den Beginn der Reformation durch Martin Luther vor fast 500 Jahren. Der Mönch und Theologieprofessor brachte am Tag vor Allerheiligen 1517 seine 95 Thesen zu Ablass und Buße in lateinischer Sprache in Umlauf, um über die damalige Glaubenspraxis eine Diskussion unter Gelehrten auszulösen. Laut der Überlieferung soll er seine Thesen dazu auch an die Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen haben. Damit leitete Luther die Reformation ein, die zur Gründung der evangelischen Kirche führte. Zum 21. Mal veranstaltet die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau Festakt anlässlich des Reformationstags. Bei der Feier blickt stets auch eine bekannte Persönlichkeit mit einem besonderen Fokus auf das protestantische Leben in der Gesellschaft. Bislang zählten unter anderem der frühere DDR-Ministerpräsident Lothar de Mazière, der vormalige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich, der Filmregisseur Nico Hofmann oder die Fernsehmoderatoren Gundula Gause und Jörg Thadeusz zu den Referenten.

Volker Rahn, EKHN

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