Schaafheimer K!rchenze!tung ausgezeichnet

Kirchenpräsident prämiert Publikationen in Frankfurt - „Tollkirche“ gewinnt Gemeindebriefpreis 2015
GemeindebriefpreisHPDer beste Gemeindebrief in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) heißt „Tollkirche“. Die mit 1.500 Euro dotierte Auszeichnung nahm die Redaktion aus der evangelischen Kirchengemeinde Treis an der Lumda im Dekanat Kirchberg am Donnerstagabend (12. November) in Frankfurt entgegen. Die Jury lobte bei der „Tollkirche“ das „schlüssige Konzept“, das von Rubriken wie „Pfarrers Spinnstube“ bis zum „Blick über den Tellerrand“ reiche und durch einen „witzigen und spielerischen Titel“ ergänzt werde. Aus dem Dekanat Vorderer Odenwald wurden die Macher der Schaafheimer K!rchenze!tung ausgezeichnet (Foto; v.l.n.r.: Pfarrer Christoph Baumann, Petra Merkel, Eicke Meyer).

Bei dem Festakt zur Verleihung in der St. Jakobskirche in Frankfurt-Bockenheim wurden darüber hinaus 18 weitere Gemeinden in verschiedenen Sparten für ihre Zeitungen mit dem „Förderpreis Gemeindebrief 2015“ durch den hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung ausgezeichnet.

Prädikate: Insgesamt 19 Zeitungen erhalten Auszeichnungen
Weitere Preise und 500 Euro für die Redaktion erhielten das Blatt „Wir Bessunger“ aus der Petrusgemeinde Darmstadt und „Ebbes“, die gemeinsame Zeitung der Gemeinden Bechtolsheim, Biebelnheim, Ensheim und Spiesheim. Außerdem wurden die Gemeindebriefe aus Oberstedten, Oestrich-Winkel, der Marktkirchengemeinde in Wiesbaden und der Paulusgemeinde in Darmstadt prämiert. Über die Auszeichnung für das beste Layout konnte sich die Redaktion der „Evangelischen Stimme“ der Kirchengemeinde Triangelis aus Eltville, Erbach und Kiedrich freuen. Den Sonderpreis für die beste Weiterentwicklung erhielt der „Treffpunkt“ aus Diedenbergen. Die Jury vergab nicht nur die sieben Hauptpreise und die zwei Förderpreise, sondern prämierte zehn weitere Redaktionen mit einer Anerkennung für fachlich gute Arbeit. Damit dürfen sie das Prädikat „Ausgezeichneter Gemeindebrief der EKHN“ tragen - so auch die Schaafheimer K!rchenze!tung. Insgesamt hatten sich 81 Redaktionen aus dem gesamten Kirchengebiet beworben.

Ein Format mit Anspruch
„Wir freuen uns“, sagt Eicke Meyer, der von Anfang an dabei ist. Seit 2001 gibt es in Schaafheim den Gemeindebrief in dieser Form - anders als die vielen Gemeindebriefe im großen Format. 2007 wurde die K!rchenze!tung schon einmal mit dem Gemeindebriefpreis ausgezeichnet. Ein vierköpfiges Redaktionsteam ist dafür verantwortlich, die beiden Pfarrer beteiligen sich im Wechsel. Vier Mal im Jahr erscheint die K!rchenze!tung. Der Anspruch ist hoch: Die Kirchenzeitung ist ein kommentierfreudiges Medium - in jeder Ausgabe findet sich eine Andacht oder gar Predigt. „Banale Bildchen“, wie Eicke Meyer reine Dekorationsbilder nennt, kommen nicht ins Blatt. Veröffentlicht werden auch nur Fotos aus der Gemeinde. Für jede Ausgabe gibt es zwei bis drei Redaktionstreffen; das Layout dauert drei bis vier Tage.

>>> Zur aktuellen Ausgabe der Schaafheimer K!rchenze!tung geht es hier.

Kirchenpräsident: Wichtiges Standbein der Kommunikation
Bei der Verleihung der Preise erinnerte der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung an die Reformation. Durch die damals „neue Medientechnik des Buchdrucks“ habe sie sich besonders stark verbreiten können. Bis heute seine Medien dafür mitentscheid „über was die Menschen sprechen“. Gemeindebriefe könnten zeigen, „was Christinnen und Christen glauben und welche Konsequenzen sie daraus für ihr Tun ziehen“. Sie blieben deshalb auch in absehbarer Zeit „ein wichtiges Standbein unserer Kommunikation mit den Menschen“ und „Teil der Verkündigung des Evangeliums“. Jung dankte den Redaktionen der Gemeindebriefe für ihr Engagement „ganz im Sinne der Reformation“. Der Vorsitzende der Jury, Wolfgang H. Weinrich, Referent für Kommunikationsprojekte in der Öffentlichkeitsarbeit der EKHN, bezeichnete den „Förderpreis Gemeindebrief“ als wichtiges Mittel, „die Redaktionsarbeit zu honorieren, zu fördern um noch unterhaltsamer und noch informativer zu werden“. Nach Worten Weinrichs ist der hessen-nassauische Gemeindebriefpreis „nicht nur irgendeiner in der Evangelischen Kirche in Deutschland, sondern noch immer der höchstdotierte“. Dies zeige den besonderen Stellenwert der Auszeichnung, deren Niveau nur mit Hilfe langjähriger Sponsoren gehalten werden könne.

Kriterien: Von der Originalität bis zur Druckqualität
Der Förderpreis Gemeindebrief der EKHN ist mit 4.500 Euro der höchstdotierte Preis seiner Art. Er wird alle zwei Jahre verliehen. Es war 2015 die 9. Prämierung. Unterstützt wird die Auszeichnung von der Bruderhilfe Pax Familienfürsorge, der Evangelischen Bank, dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (gep) und der Evangelischen Sonntags-Zeitung. Kriterien bei der Auswahl sind Originalität, Themenvielfalt, Aktualität, journalistische Darstellungsformen, Druckqualität, die grafische Gestaltung, ein überschaubares Layout, die Einbettung im Öffentlichkeitskonzept der Gemeinde und die Verwendung des Facettenkreuzes. Eine Jury, zu der Journalisten und Öffentlichkeitsreferenten aus dem kirchlichen und dem säkularen Bereich sowie Förderer der Idee gehören, prämiert Redaktionen, die mit ihrem Gemeindebrief bewusst nach Qualität streben.

Hintergrund: Eine Million evangelische Exemplare
Die Gemeindebriefe sind Publikationen der Kirchengemeinden für ihre Mitglieder und die interessierte Öffentlichkeit. Über 90 Prozent der 1.151 Kirchengemeinden im Gebiet der EKHN bringen eine solche regelmäßige und kostenlose Publikation für ihre Mitglieder heraus. Umfragen haben ergeben, dass sie weithin intensiv gelesen werden und allein in der EKHN eine Gesamtauflage von rund einer Millionen Exemplaren erreichen. Sie gelten damit als das nach Reichweite stärkste Printprodukt der evangelischen Kirche.



Text: Volker Rahn, EKHN; Silke Rummel; Foto: Rebecca Keller, Dekanat Darmstadt-Stadt