Kerstin Groß ist die neue Pfarrerin in Münster

Am kommenden Sonntag, 24. Januar, ist der Einführungsgottesdienst mit Ordination
Kerstin GroHPNach 16 Jahren hatte sich Pfarrer Christoph Sames im September aus der evangelischen Martinsgemeinde in Münster verabschiedet und ist nach Seeheim gegangen. Die Vakanz war kurz. Seit Jahresanfang hat die Gemeinde mit Kerstin Groß erstmals eine Pfarrerin.

Der Neujahrstag und erste Arbeitstag begann für Kerstin Groß gleich mit dem Besuch zum 80. Geburtstag eines Herrn, derweil Bruder und Vater im Pfarrhaus die Couch aufbauten. Tag zwei bereitete sie ihren ersten offiziellen Gottesdienst am 3. Januar vor; „Premiere“ war schon am Heiligabend in den beiden Krippenspielgottesdiensten. Es sei eine Zeit großer Spannung und vieler schöner Begegnungen. Sie sei bisher sehr freundlich aufgenommen worden, sagt Kerstin Groß. Und der eine oder andere wird ihr schon begegnet sein, wenn sie morgens um sieben mit ihrer schwarzen Labradorhündin Paula durch Münsters Straßen geht.

Viele Jahre wissenschaftlich tätig
Kerstin Groß ist Pfarrerin zur Anstellung und zum ersten Mal in einem Einzelpfarramt. Sie stammt aus Diez an der Lahn. Ihr Vikariat absolvierte sie in Frankfurt-Griesheim, das Spezialvikariat machte sie in der Krankenhausseelsorge der Unikliniken Frankfurt. Davor, von 2007 bis 2013 hatte sie eine Assistentenstelle am Institut für historische Theologie der Universität Bern. Die 40-Jährige hat in Mainz studiert – erst Englisch, Geschichte und evangelische Theologie im Nebenfach, bis sie ganz auf Theologie umschwenkte. Ihr Mentor bei einem Gemeindepraktikum gab den Ausschlag – ein Mann, der seinen Glauben gelebt und mit beiden Beinen im Leben gestanden habe, berichtet sie. Nach ihrem Examen hatte sie schon in Mainz eine Assistentenstelle und arbeitete an einem Forschungsprojekt für Bekenntnisschriften mit. Ihre Promotion ist in Arbeit.

„Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu begleiten, darin liegt für mich die Bedeutung des Pfarrberufs“, sagt Kerstin Groß. Schöne Gottesdienste feiern, die Kasualien, Gebete formulieren, Angebote gestalten, in die sich die Menschen hineinfinden und etwas mitnehmen können, ist ihr ein Herzensanliegen. Dass sie bei Gott angesehen sei mit allem, was sie habe und in allen Facetten ihres Lebens, „das gibt mir Kraft fürs Leben – daran glaube ich, darauf hoffe ich“. Dazu gehört auch, sich nicht zu sehr zu ärgern bei Dingen, die nicht gut laufen und sich über das zu freuen, was richtig gut läuft. Sie sei nicht nach Münster gekommen, um etwas abzuschneiden, sagt die neue Pfarrerin, vielmehr wolle sie gemeinsam mit der Gemeinde schauen, wohin sie wollen. Ein Familienprojekt zum Beispiel könne sie sich gut vorstellen.

Am Sonntag, 24. Januar, wird Kerstin Groß ordiniert. Der Gottesdienst in der Evangelischen Martinskirche in Münster beginnt um 15 Uhr.

Text + Fotos: Silke Rummel