Eine Woche für den Frieden

LGS extra Schulseelsorge: Veranstaltungsreihe an der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg sucht nach alternativen Ansätzen zur Lösung von Konflikten
FriedenHPMan kennt das ja: Eben noch beste Freundinnen, und plötzlich herrscht Zickenterror. Der Anlass: eine Lappalie. Es herrscht Eiszeit, eine Annäherung scheint unmöglich. Was im alltäglichen Leben vorkommt, geschieht im großen Stil auch in der Weltpolitik. Im Zweiten Weltkrieg sind Russland und die USA vereint im Kampf gegen das nationalsozialistische Deutschland, doch dann geht es um den eigenen Einfluss. Zwischen den beiden Super-Mächten bricht der Kalte Krieg aus, der mehr als einmal in einen Militäreinsatz umzuschlagen droht.

Mit „Frieden geht anders – aber wie?“ befasst sich derzeit die Landrat-Gruber-Schule in Dieburg. Die ganze Woche über ist die gleichnamige Ausstellung des Zentrums Ökumene im Foyer zu sehen. Anhand von neun konkreten Konflikten – einer davon der Ost-West-Konflikt zwischen der UdSSR und den USA – wird aufgezeigt, wie mit unterschiedlichen gewaltfreien Methoden aus unterschiedlichen Weltreligionen Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen verhindert oder beendet werden konnten. Denn die Erfahrung zeigt, dass der Einsatz kriegerischer Mittel die Situation meist verschlimmert: Tod, Zerstörung und viele weitere Opfer sind die Folgen. „Angesichts des gegenwärtigen zerstörerischen Syrienkrieges und anderer, vergangener Kriege, unter anderem im Irak und Afghanistan, mit all ihren Folgen stellt sich zwangsläufig die Frage, ob rechtzeitig zivile Konfliktlösungen gesucht worden sind“, sagt Schulseelsorger Karsten Gollnow, „dem wollen wir Beispiele erfolgreicher ziviler Konfliktlösungen entgegenstellen.“ Frieden hochHP

Präsentation gelungener Friedensprojekte
Bei einem Friedensgespräch am Dienstag stellten Lena Kaiser (Aktion Sühnezeichen), Dr. Gernot Lennert (Ostermarschbewegung), Jürgen Kreisel (Friedensprojekt Verdun) und Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf (Friedensarbeit der Evangelischen Kirche) ihre gelungenen Friedensprojekte in einer voll besetzten Cafeteria vor. Am Donnerstag feierten Schülerinnen, Schüler, Lehrerinnen und Lehrer mit der Muslimischen Gemeinde Dieburg in der Moschee ein gemeinsames Friedensgebet.

Die Veranstaltungen sind Teil der Reihe „LGS extra“, mit der die Schulseelsorge in Zusammenarbeit mit dem Dekanat Vorderer Odenwald Impulse zu gesellschaftsrelevanten Themen geben will.

Es gehe bei der Ausstellung und den begleitenden Veranstaltungen vor allem auch darum, bei sich selbst anzusetzen und danach zu sehen, „wo wir als demokratische Bürger vor Ort, in Europa, aber auch darüber hinaus uns an konkreter, erfolgreicher Friedensarbeit beteiligen können“, sagt Schulseelsorger Gollnow.

Die Ausstellung ist noch bis Dienstag, 22. März, im Foyer der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg zu sehen. Weitere Informationen dazu: www.friedensbildung.de

Fotos: Karsten Gollnow, Text: Silke Rummel