Mit Standing Ovations in den Ruhestand

Die langjährige Verwaltungskraft Ruth Vetter wird auf der Synode des Dekanats Vorderer Odenwald mit großem Beifall verabschiedet

Ruth PrsidesHPAm Geburtstag beginnt ein neuer Lebensabschnitt und in Reichelsheim schließt sich der Kreis: 17 Jahre lang war Ruth Vetter in der Verwaltung der Dekanate Reinheim und Vorderer Odenwald beschäftigt. Vor Beginn der Sommersynode am Freitag wurde sie in den Ruhestand verabschiedet. Mit ihr geht auch ein Stück Dekanatsgeschichte.

Manche Stellen sind fest mit bestimmten Menschen verbunden
Am Schluss stehen alle in der vollbesetzten Reichelsheimer Michaelskirche und verabschieden sich mit anhaltendem Beifall. Standing Ovations als Ausdruck der Wertschätzung und der Zuneigung. „Es gibt Stellen um uns herum, die sind so fest mit bestimmten Menschen verbunden, dass sie ohne diese nicht vorstellbar sind. Und es gibt Menschen, die in einer Weise präsent sind, dass dieser Lebenszusammenhang ohne sie kaum denk- und fühlbar ist“, hatte Präses Dr. Michael Vollmer zuvor in seiner Verabschiedung gesagt.

Er zeichnete nach, wie die Nieder-Kainsbacherin, die am Freitag ihren 63. Geburtstag feierte, ins Dekanat kam: Es begann mit einem Brief an Dekan Joachim Meyer, geschrieben Ende 1998 und Bezug nehmend auf ihre Erfahrung als Pfarramtssekretärin – das war sie zwölf Jahre lang in Brensbach. Ruth MichaelHP

Von zehn auf 260 Quadratmeter
Die gelernte Bankkauffrau begann im März 1999, das „Dekanatszentrum“ war damals ein kleines Büro im Reichelsheimer Gemeindehaus; Ruth Vetter arbeitete 16 Stunden in der Woche. 2003 zog das Dekanat nach Reinheim – und der Zentrumsraum vergrößerte sich von zehn auf 260 Quadratmeter. Der nächste Umzug stand an, als die Dekanate Reinheim und Groß-Umstadt im Jahr 2010 zum Dekanat Vorderer Odenwald mit Sitz im Darmstädter Schloss in Groß-Umstadt fusionierten, was einherging mit einem Zuwachs an Aufgaben und Stellen.

Ruth NotfallseelsorgeHPDrei Präsides hat Ruth Vetter erlebt, die auch alle bei ihrem Abschied dabei waren: Rudhart Knodt, Volker Ehrmann und seit 2013 Dr. Michael Vollmer. „Tatsächlich habe ich als beruflich tätiger Ehrenamtlicher mein Amt angetreten in der Gewissheit: Da kann gar nichts schiefgehen – bei der Verwaltung und bei diesen großartigen und fachlich versierten Menschen im Hauptamt“, sagte Vollmer. Ruth Vetter habe die Geschäfte – orientiert an den Interessen und Wünschen von Gemeinden und Mitarbeitenden –  immer vorzüglich, aus seiner Sicht perfekt, geführt und dazu gehöre auch das kollegiale und menschliche Miteinander im Dekanat.

Ruth Maren ElkeBeckerHP„Ich vermisse euch schon jetzt!“
Vollmer erinnerte zudem daran, dass Ruth Vetter neben ihrer beruflichen Tätigkeit seit über 20 Jahren Sonntag für Sonntag als Prädikantin in den Gemeinden unterwegs sei und seit über zehn Jahren als  Notfallseelsorgerin im Odenwaldkreis arbeite. Die beiden Ehrenämter wird sie auch erst einmal weiterführen. Vollmer dankte ihr und wünschte ihr alles Gute für den neuen Lebensabschnitt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dekanats verabschiedeten sich mit einem Erinnerungsgedicht an ihr vielfältiges Engagement.

Neue Wege zu gehen, fordere immer Mut, sagte Ruth Vetter sichtlich gerührt. „Vielen Dank, ich vermisse euch schon jetzt!“

Text + Bilder: Silke Rummel

Bilder:
oben: Ruth Vetter mit ihren Präsides (von links) Volker Ehrmann, Rudhart Knodt, Dr. Michael Vollmer und Dekan Joachim Meyer
2. von oben: „In Gottes Namen bekennen wir Farbe“ ist der Leitspruch des Dekanats Vorderer Odenwald. Zum Abschied überreichte Michael Vollmer ein Glasmobile.
3. von oben: Ruth Vetter im Kreis der Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger
unten: Ein schöner Empfang vor der Michaelskirche - hier mit Pfarrerin Elke Becker und Maren Dorschner.