Luther verbindet

Jugendprojekt zum Reformationsjubiläum ist das Hauptthema bei der Sommersynode des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald

Luther TeamHPPfarrstellen, Gesundheitsversorgung, Ehrenamtskarte und das Reformationsjubiläum waren Themen der Sommersynode des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald. Diese tagte am Freitag im Evangelischen Gemeindehaus in Reichelsheim.
Pröpstin Karin Held berichtete in ihrem Grußwort von einem Besuch auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Die Kongresshalle dort ist der größte erhaltene nationalsozialistische Monumentalbau. Viele der Bauwerke seien unzerstörbar, so Held, aber die  Stadt Nürnberg habe einen Umgang gefunden und die steinernen Kolosse umgedeutet als Warnung vor rechtsextremen Bestrebungen. Auch das Christentum habe steinerne Zeugen, doch seien die Kirchen durchbetete Mauern und gepflegte, lebendige und geliebte Begegnungsstätten, sagte die Pröpstin und zitierte den Schriftsteller Reiner Kunze: „Damit die Erde hafte am Himmel, schlugen Menschen Kirchtürme in ihn hinein.“

Synode RaumHPGesundheitsversorgung ist ein großes Thema
Die Personalsituation im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald sieht gut aus: Es gibt nur zwei Vakanzen – in Langstadt-Schlierbach und ab nächstem Monat in Schaafheim. In Lengfeld-Habitzheim hat Pfarrerin Esther Häcker angefangen, die Ökumenestelle im Dekanat übernimmt ab 1. September Pfarrerin Margit Binz. Und mit Bernhard Kethorn ist nun auch die Gemeindepädagogenstelle für Groß-Umstadt und Otzberg wieder besetzt, berichteten Dekan Joachim Meyer und Präses Dr. Michael Vollmer auf der Tagung der Sommersynode am Freitagabend.

Weniger erfreulich hingegen ist die Gesundheitsversorgung in der Region. „Die Gesundheitsversorgung war in den zurückliegenden Wochen ein großes Thema“, sagte Meyer. Die Schließung des St. Rochus-Krankenhauses in Dieburg und des Luisenkrankenhauses in Lindenfels bedeuteten eine „massive Verschlechterung unserer Lebensqualität“. Das Luisenkrankenhaus sei eine „Perle“ für das Gersprenztal und die umliegenden Gemeinden gewesen, so Meyer. Sie würden sich weiterhin für die Gesundheitsversorgung im Vorderen Odenwald einsetzen.

Synode JugendpfarrerHPFrieder Schmidt und Christian Lechelt sind die neuen Dekanatsjugendpfarrer
Volker Ehrmann und Evelyn Bachler berichteten von den Kirchensynoden im November und Juni. Frieder Schmidt (Spachbrücken) und Christian Lechelt (Groß-Umstadt) wurden als neue Dekanatsjugendpfarrer gewählt. Sie werden die Dekanatsjugendvertretung theologisch begleiten, regelmäßig an deren Sitzungen teilnehmen und fungieren als Bindeglied zu den Pfarrerinnen und Pfarrern und zu anderen Dekanaten. So hatte es sich die Dekanatsjugendvertretung zuvor gewünscht.

Pfarrerin Michaela Meingast (Klein-Umstadt, Raibach, Dorndiel) wurde zur Beauftragten für das Gustav-Adolf-Werk gewählt; Artur Haardt (Münster), Karin Kessler-Fischer (Raibach) und Magda Großmann (Wiebelsbach) in den Dekanatsausschuss für Senioren gewählt. Mit großer Mehrheit stimmten die Synodalen einem Antrag der Kirchengemeinde Hergershausen zu, der sich für die Einführung eines kirchlichen Ehrenamtsausweises ausspricht – als Zeichen der Würdigung des ehrenamtlichen Engagements, so Pfarrerin Elke Becker, und vergleichbar mit der Ehrenamtscard. Der Antrag heble „alle Verwaltungskriterien schlichtweg aus“, schmunzelte Verwaltungsfachmann Volker Ehrmann (Dieburg), er sei gespannt auf die Reaktion der Synodalen. Die Ehrenamtsakademie der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau unterstütze die Stoßrichtung, sagte Michael Vollmer.Synode JugendHP

Luther war in allen Gemeinden des Dekanats
Schwerpunktthema der Sommersynode war die Luther-Tour durchs Dekanat. Vom 15. April bis 13. Mai waren Tobias Neidig, Julia Lutz, Maren Schubert und Franziska Engeland im ganzen Dekanat unterwegs. Immer mit dabei: Eine 1,50 Meter große Luther-Figur – eine Vergrößerung des Playmobil-Luthers, der sich zum Verkaufsschlager der Unternehmens entwickelt hat. Luther in der Kiste, Luther mit Spaten in der Hand, Luther auf dem Kirchturm, Luther beim Posaunenchor, beim Seniorenkreis, bei der Frauenhilfe. In 17 Gemeinden und 41 Gemeindegruppen war die lebensgroße Plastikfigur zu Gast.

Und wer keinen Termin mit der Dekanatsjugend vereinbart hatte – auch dort fuhr die Dekanatsjugend hin und machte ein Foto mit Luther und der Kirche. Gemäß des Luther-Zitats „allein aus Gnade“, wie Julia Lutz berichtete. Die jungen Leute präsentierten eine beeindruckende Statistik: 29 Tage Luther, 41 Termine, 805 Teilnehmer, 2737 zurückgelegte Kilometer, davon 1505 mit Luther, mehr als 350 Stunden Arbeitsaufwand insgesamt, davon 61 Stunden Luther mit zwei Personen – denn alleine lässt er sich nicht tragen – und 42 Stunden Fahrzeit. Es gehe darum, die Reformation in die Welt zu tragen, sagte Tobias Neidig. Herausgekommen sind knapp 900 Fotos, elf Minuten Ton- und 500 Minuten Videoaufnahmen. Aus den ganzen Einzelbildern haben die vier Macher ein Luther-Mosaik gestaltet. Des Weiteren wird das Dekanatslogo mit den Bildern gestaltet, alle beteiligten Gemeinden bekommen Bilder, es wird eine Ausstellung mit den besten Bildern geben sowie Briefmarken und Postkarten.

Ausgangspunkt für die Aktion war der Auftrag an die Dekanatsjugend, etwas Verbindendes für das Dekanat zu entwickeln. Die vollständige Präsentation der Luther-Aktion wird am 30. Oktober im Rahmen eines Jugendgottesdienstes stattfinden. Dort werden die Bilder als  Ausstellung zu sehen sein und die besten prämiert; im Anschluss können sie durchs Dekanat wandern. „Welch‘ toller Start in das Reformationsjubiläum, sagte Michael Vollmer.


Impressionen vom Empfang vor der Synode und der Einführung von Gemeindepädagoge Bernhard Kethorn und Sekretärin Emanuela Schmunk:

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