Leckeres für Bauch und Kopf

Reichelsheimer Frauenfrühstück besteht seit 15 Jahren/Clowninnen Greta und Maria beim Jubiläum

FF ClowninnenHPPssst! Pfarrerin Mechthild Bangert spitzt die Ohren. Haben die anderen nicht auch etwas gehört?  Tatsächlich: Die Tür geht auf und die Clowninnen Greta und Maria poltern herein. Huhu! Erst einmal begrüßen sie die Frauen an den Tischen, dann schleppen sie ihre Leiter auf die Bühne und bauen einen Berg daraus. Greta (gespielt von Annette Herrmann-Winter, Pfarrerin für Notfallseelsorge im Odenwaldkreis), mit feschem Stirnband und Leopardenmusterrucksack, kraxelt auf Stöckelschuhen den Berg hinauf. Maria (gespielt von Lehrerin Norgard Wolf) kommt in Kittelschürze und Blümchenpantoffeln etwas biederer daher. FF Clowninnen3HP

Auf dem Gipfel angekommen legen die beiden eine Rast ein. Maria hat frische Milch, Vollkornbrot und Obst mitgebracht, Greta einen Coffee to go und eine Tüte Chips. Den Müll schmeißt sie achtlos in die Gegend, was Maria auf die Palme bringt. „Unmöglich und unerhört“, schnauft sie, „der Müll, das Klima, gute Luft!“ Mit wenigen Worten und vielen Gesten machen die beiden auf die Umweltverschmutzung aufmerksam. Maria sammelt ihren Unrat schließlich wieder ein. Das Publikum lacht schallend. „Prima Klima“ heißt das Programm, mit dem die Clowninnen beim Frauenfrühstück in Reichelsheim zu Gast sind.

Freiraum und Austausch
Mit rund 70 Frauen und drei Männern ist der große Saal des evangelischen Gemeindehauses an  diesem Vormittag noch besser besucht als sonst. Kein Wunder, es gibt was zu feiern: Das Reichelsheimer Frauenfrühstück besteht seit 15 Jahren. „Die Idee, zusammenzukommen und Freiräume zu schaffen, ist aufgegangen“, freut sich Vera Eichner-Fischer. „Es ist eine Erfolgsgeschichte“, ergänzt Mechthild Bangert.

Als Vera Eichner-Fischer noch Pfarrerin in Reichelsheim war, hat sie das Frauenfrühstück ins Leben gerufen. Mittlerweile ist sie pensioniert, lebt in Neckargemünd und kommt immer wieder gerne zurück an die alte Wirkungsstätte.

Weitere Angebote im Dekanat
Frauenfrühstücke sind keine Seltenheit im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald. Unter anderem werden sie regelmäßig in Dieburg, Groß-Zimmern, Reinheim und Winterkasten angeboten. „Ich find’s toll, das macht wirklich Spaß und die Frauen kommen gerne“, sagt Cordula Habenicht, Ansprechpartnerin für den Dekanatsfrauenausschuss und Mitorganisatorin des Frauenfrühstücks in Groß-Zimmern, das es seit 17 Jahren gibt.
FF BuffetHPSeit dem Beginn im September 2001 gab es in Reichelsheim 153 unterschiedliche Themen zum Frühstück. Nur drei der Referenten waren Männer. Ein festes Team bereitet das Frauenfrühstück vor – inhaltlich und kulinarisch. „Alle machen alles“, sagt Helga Bohmeyer. Eine Stunde lang wird vom reichhaltigen Büffet gefrühstückt, in der zweiten Stunde gibt es Programm. „Wir gucken auf eine gute Mischung“, sagt Helga Bohmeyer, die von Beginn an im Organisationsteam dabei ist. An Themen mangelt es nicht. Sie reichen von Gesundheit und Wellness über beeindruckende Frauengestalten, Lesungen und Kabarett, Reiseberichte bis hin zu Beratungsthemen. Auch verschiedene Institutionen wie zum Beispiel das Frauenhaus haben sich schon vorgestellt. „Es kommt gut an, wenn das Publikum mit einbezogen wird“, sagt Anna Schmitt. FF SaalHP


HINTERGRUND

Das Reichelsheimer Frauenfrühstück ist überkonfessionell ausgerichtet und wird getragen von der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde und der Mary Anne Kübel Stiftung. Es findet zehn Mal im Jahr jeweils am dritten Donnerstag im Monat von 9 bis 11 Uhr statt. Das nächste Frauenfrühstück ist am 19. Januar. Vera Eichner-Fischer wird  über die Pädagogin und Widerstandskämpferin Elisabeth von Thadden sprechen. Zum Vorbereitungsteam des Reichelsheimer Frauenfrühstücks gehören: Mechthild Bangert, Helga Bohmeyer, Antonia Exner, Uschi Kiefer, Gabriele Laurentzsch, Gisela Lein, Barbara Linnenbrügger, Doris Oger, Doris Rohde, Anna Schmitt und Petra Vogler.

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