Von der Klempnerei zum modernen Sanitärbetrieb

Reihe "Wir machen Türen auf!" führt zum Heizungsbauer Germann in Brensbach / Thema: nachhaltiges Bauen
HM BB Germann web2Betriebsbesuche geben Einblick hinter Türen, die sonst verschlossen bleiben. So auch diesmal beim Besuch des Heizungsspezialisten Germann GmbH in Brensbach am 19. Mai. Organisiert von den evangelischen Dekanaten geht es in diesem Jahr um das Thema „nachhaltig bauen“. Und da gehört die Sparte Heizen und Sanitär entschieden dazu. Geht es doch hier um möglichst emissionsfreie Strom- und Wärmezufuhr. Doch die Geschichte der heutigen GmbH beginnt schon 1879 in einer kleinen Klempnerei Fränkisch-Crumbach, 1908 erfolgte ein Wechsel nach Brensbach. Mal wieder wird deutlich, wie sehr der Wandel das Handwerk prägt. Irgendwann zog die Technologie ein und erforderte einen Standortwechsel – an gleichem Ort, obwohl die Bedingungen nicht günstig waren. Aber die Verbundenheit zu Brensbach gehört zum Familienunternehmen, das in fünfter Generation besteht. Geschäftsführend blicken Irmtraut und Werner Germann positiv in die Zukunft und fühlen sich mit dem inzwischen ebenfalls in der Geschäftsführung tätigen Sohn Daniel gut aufgestellt.
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Dazu gehört, dass Germann ein Netz aufgebaut hat mit Partnerfirmen, um Privat- wie Firmenkunden umfassend zu beraten. Das geschieht beim Umbau in barrierefreie Sanitäranlagen, die circa 35 Prozent der Aufträge ausmachen oder um umweltbewusste Heizanlagen, die mit 60 Prozent der Auftragsbilanz zu Buche schlagen. Der Fortschritt der Technologie erfordert von den 28 Mitarbeitenden ständige Fortbildung. Schließlich reicht die Angebotspalette von Öl- oder Gasheizung über Pellets bis zur Brennstoffzelle.
   
Unternehmen bleibt ständig am Ball
Der Standort in Brensbach hat zur Entscheidung geführt, lediglich in einem Radius bis zu 50 Kilometer tätig zu sein. Immerhin betreut das Team rund 9000 Projekte jährlich und hat 2500 Wartungsverträge. „Die Begrenzung macht Sinn“, sagt Werner Germann, denn Kundendienst heißt, schnell und zuverlässig vor Ort zu sein. Inzwischen hilft eine Software bei der Logistik für Lagerung und Fahrtwege. So kann schnell berechnet werden, was fehlt und geordert werden muss und wo die Mitarbeitenden eingesetzt werden. Für Kunden gibt es ein Onlineportal mit Angebotsrechner, das ständig aktualisiert werden muss. Damit hat sich der Bürobereich dann auch ordentlich vergrößert. Das bedeutet aber auch, dass Germann ständig investieren muss, um am Ball zu bleiben und den Mitarbeitenden Aus- und Einkommen zu sichern.

HM BB Germann web1Und er sorgt für Nachwuchs: jährlich bildet er zwei Auszubildende aus. „Bei mir ist immer ein Praktikum möglich, da sehe ich, ob einer Potenzial hat“, so der Firmenchef. Die Gespräche führt er auch mit den Eltern, denn der Einsatz im Betrieb bedeutet auch, dass es mal länger dauert am Einsatzort. „Da muss ein Einverständnis vorliegen, sonst klappt das nicht.“ Aber dass der Beruf Zukunft hat und Spaß macht, merkt man dem Firmenchef an.  Annette Claar-Kreh/Fotos: Heike Miehe

HINTERGRUND
Die Reihe „Wir machen Türen auf“ wird von den Evangelischen Dekanaten in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau in Kooperation mit dem Zentrum gesellschaftliche Verantwortung der EKHN organisiert. Sie steht jährlich unter einem anderen Motto. Ziel ist es dabei, Betriebe kennenzulernen und Zusammenhänge deutlich werden zu lassen: In welchen Bereichen ist die Firma tätig? Was sind die Herausforderungen? Wie viele Menschen arbeiten hier? Wie sind die Bedingungen und Perspektiven? Das Programm geht weiter mit den Viessmann-Werken in Allendorf, Gebäudeausrüster Herbert-Gruppe in Bensheim, Drehhaushersteller Rinn in Heuchelheim, Smart-Grid-Entwickler Elster-Group in Mainz-Kastel und t2 Möbelhersteller in Hahnheim. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!