Klingende Reformation mit ungewöhnlicher Besetzung

Konzerte zum Reformationsjubiläum am Wochenende 4./5. November in Reichelsheim und Groß-Zimmern
kantorei michelschor 2010HPREICHELSHEIM/GROSS-ZIMMERN. Etwas wirklich Neues wagen MichelsChor und Dekanatskantorei mit der Reformationskantate „Ein feste Burg ist unser Gott“ von Stephan Langenberg. Das festliche Werk zum großen Jubiläum „500 Jahre Reformation“ entstand im Jahr 2012 und wurde in unserer Region bislang nicht aufgeführt. Dieses neue und eindrückliche Werk enthält Stilelemente aus unterschiedlichen Epochen der Musikgeschichte. Die Besetzung ist außergewöhnlich, denn neben dem Chor und einem Bariton-Solisten sind sechs Blechbläser, zwei Schlagzeuger und die Orgel vorgesehen.

Kooperation zweier Chöre
Als Kooperation der beiden Kirchenmusiker Matthias Ernst (Reichelsheim) und Ulrich Kuhn (Groß-Zimmern) vereinigen sich in zwei Konzerten die Dekanatskantorei und der MichelsChor am Wochenende nach dem Reformationstag zu einem großen Klangkörper. Am Samstag, 4. November, findet um 20 Uhr das Konzert ist der Michaelskirche in Reichelsheim statt und am Sonntag, 5. November, 17 Uhr in der evangelischen Kirche in Groß-Zimmern. Der Eintritt beträgt zwölf Euro, für Schüler sieben Euro an der Abendkasse. Im Vorverkauf kosten die Karten zehn Euro, für Schüler fünf Euro.

Was ist für Matthias Ernst und Ulrich Kuhn das Besondere? „Das Lied ,Ein feste Burg‘ erklingt nicht laut und schmetternd, sondern ganz zart und innig, wie eine innere Gewissheit“, sagt der Reichelsheimer Dekanatskantor Matthias Ernst. Sein Kollege Ulrich Kuhn aus Groß-Zimmern nennt den Kontrast zwischen alt und neu, den großen Chor, die vielen Mitwirkenden, die ungewöhnliche Besetzung. Die beiden Schlagzeuger kämen „mit speziellen Instrumenten, die in unserer Kirche nicht oft zum Einsatz kommen“, so Kuhn, „zum Beispiel Donnerblech, Becken, Windchimes, Triangel, große Trommel und Pauken“. Für ihn ist das Konzert der würdige Abschluss der Groß-Zimmerner Veranstaltungsreihe zum großen Jubiläumsjahr der Reformation. „Die Reformation machte den Menschen die Kirche verständlicher, brachte Bibel und Christen zusammen“, sagt Matthias Ernst. In Langenbergs Reformationskantate kommt dieser Wandel dadurch zum Ausdruck, dass sie erst auf Latein beginnt – unverständlich und geheimnisvoll – und ab dem vierten Titel auf Deutsch weitergesungen wird.

Das Konzert-Programm wird ergänzt durch verschiedene Motetten alter Meister, Instrumentalmusik für Blechbläser und einige Lieder von Martin Luther, allerdings im neuen Gewand, denn die Luthertexte erklingen auf reizvolle Weise in einer neuen Vertonung. Am Ende des Programms steht, als krönender und feierlicher Abschluss, der Choralsatz aus der Kantate BWV 69 „Es wolle Gott uns gnädig sein“ von Johann Sebastian Bach; nach einer Textdichtung aus Psalm 67 von Martin Luther.